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Handlungsmöglichkeiten

Teilnehmen

Es gibt ab Herbst wieder Aktionen die in offenen Treffen geplant werden. Wer an Aktionen teilnehemen will kann die Mailingliste abonnieren über die sich die Gruppe organisiert. Außerdem werden (unter anderem) auf diesem Mailverteiler die offen Treffen angekündigt.

Input

Was kann die TU besser machen? Was soll sich verändern? Wohin sollten wir uns entwickeln? Was haben wir an Informationen zur aktuellen Lage übersehen? Welche Botschaften müssen unbedingt noch stärker kommuniziert werden? Wir haben zwar für die nächsten Monate noch einiges geplant, sind aber weiterhin auf Input angewiesen. Wenn ihr also Ideen für Aktionen habt oder der Meinung seid, das könnte man alles viel besser machen - bitte schickt sie uns an zukunft@htu.at.

Informationsverbreitung

Der erste notwendige Schritt zur Verbesserung der Lage der TU ist, ein Bewusstsein für die akuten Probleme zu schaffen. Bei der Verbreitung der Informationen dazu sind wir vor allem auf Mundpropaganda durch Einzelpersonen angewiesen - sprecht also mit Freunden, Bekannten, Familie und Kollegen, um Potential für kommende Aktionen zu schaffen.

Für alle, die an mehr und genaueren Informationen interessiert sind, haben wir einen Mailverteiler eingerichtet, den man hier abonnieren kann.

Aktuelle budgetäre Situation und der Weg dorthin

Im Jahr 2011 (Stichtag 31.12.2011) zählten 27.111 Studierende und 4.536 Angestellte zur TU. Davon gehörten 3.367 Personen zum wissenschaftlichen Personal (Profs, StudAss, usw) und 1.170 zum allgemeinen Personal. [1] Weiters sind 8 Fakultäten auf unzählige Gebäudekomplexe im 2.,3.,4.,6. und 20. Bezirk verteilt. Die einzelnen Fakultäten unterteilen sich in 54 Institute [13]. All das könnte es in Zukunft nicht mehr geben!

2010 schrieb die TU Wien 18,4 Mio. Euro Verlust. Bei Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus den Vorjahren (2004-2009), ergab sich ein Gesamtverlust in der Höhe von 13,4 Mio. Euro. Durch interne Umschichtung der Geldmittel, wird der laufende Betrieb aufrecht erhalten. Im Sommer 2011 musste die TU Wien deshalb einen Frühwarnbericht an das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (bmwf) abgeben. Dieser beinhaltet eine Begründung, warum negative Zahlen geschrieben wurden, sowie ein Sanierungskonzept, um bis 2015 wieder ausgeglichen zu bilanzieren. Schafft die TU dies nicht, kann das Ministerium vorübergehend einen Universitätskurator einsetzen, der die Uni zu verwalten hat.

Wie ist es dazu gekommen, dass die TU Wien rote Zahlen schreibt?

Schon beim Abschluss der Leistungsvereinbarungen (2010-2012) stand fest, dass die Uni mit ihrem Budget nicht auskommen würde, da sie unter anderem dringend notwendige Investitionen im Gerätepark tätigen wollte. Die TU glaubte dem Versprechen der Politik, dass die Universitäten mehr Geld bekommen würden, und geriet in Schwierigkeiten, als die Mittel eingefroren wurden. [2] [3]

Ein ausgeglichenes Budget bis 2015, wie es das Ministerium fordert, kann nur erreicht werden, wenn es entweder mehr Geld oder drastische Strukturänderungen gibt.

Wenn das Budget also in den kommenden Leistungsperiode nicht steigt, wird es über kurz oder lang zur Zahlungsunfähigkeit der TU kommen.

Die offizielle politische Linie...

2006 hat die EU-Kommission dem Rat und dem Parlament vorgeschlagen, die Mitgliedsstaaten mögen innerhalb eines Jahrzehnts mindestens 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für einen modernisierten Hochschulsektor aufwenden. Der österreichische Nationalrat hat 2007 einstimmig beschlossen, dieses Ziel bis 2020 umzusetzen. [4]

...und die Realität

Globalbudget 2005 - 2010: von 157.706.915 ¤ auf 190.424.325 ¤ (+20,7%)

Personalkosten 2005 - 2010: von 124.818.858 ¤ auf 179.523.050 ¤ (+43,8%)
- davon aus Globalbudget: von 103,8 Mio. ¤ auf 129,1 Mio. ¤ (+24%)
- die übrigen Personalkosten sind durch Drittmittelprojekte finanziert

Infrastrukturkosten 2005 - 2010: von 47,5 Mio. ¤ auf 67,8 Mio. ¤ (+43%)

(Das Budget hat sich nur nominell erhöht. Inflationsbereinigt steht nicht mehr Geld zur Verfügung, weil natürlich auch Miet- und Personalkosten angestiegen sind) [7]

Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hat den Rektoraten aller Universitäten im Mai 2010 mitgeteilt, dass sich die Budgets für die kommende Leistungsperiode (2013-2015) bestenfalls nominell (also ohne Abgeltung der Inflation) auf dem selben Niveau wie 2010-2012 bewegen werden. Real bedeute dies eine Kürzung um etwa 10%.

Zu dieser Budgetkürzung kommt erschwerend hinzu, dass auch die jetzt gemachten Schulden getilgt werden müssen. Danach wären erhebliche Sanierungsarbeiten in der Infrastruktur durchzuführen, um überhaupt zeitgemäße Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen zu können. Sprich, ein Budget in der Höhe der letzten Leistungsperiode würde bei weitem nicht ausreichen, um die TU auf dem gleichen Niveau zu erhalten.

Noch einmal erschwert wurde die Lage durch den am 18. Mai 2011 im Nationalrat gefassten Beschluss des Bundesfinanzrahmengesetzes 2012-2015. Dieses sieht eine (nominelle) Reduktion der Ausgaben für Wissenschaft und Forschung von 3,8 (2012) auf 3,7 Milliarden Euro (2015) vor [5]. Berechnet man die Inflation mit ein, werden sich die Ausgaben noch einmal reduzieren.

Zudem hat der Ministerrat am 15. November 2011 die „Schuldenbremse“ beschlossen, dh. die Staatsschulden von derzeit 74% des BIP sollen bis 2020 auf 60% gesenkt werden. [6]

Fazit: Momentan fehlen den Universitäten rein durch die inflationsbedingten Einschnitte ins Budget schon 300 Mio Euro, nur um den Status Quo aufrecht zu erhalten.

Momentan wird versucht, dieser Krise vor allem mit Einsparungen von Personal zu begegnen, was unweigerlich eine Verschlechterung in Lehre und Forschung mit sich bringt. budgetentwicklung2.png

Finanzstatus 6.3.2012; Diagramm: TU Controlling

Globalbudget der TU

Das Globalbudget, oder auch Globalhaushalt genannt, bezeichnet hier alle finanziellen Mittel, die der TU Wien vom Wissenschaftsministerium pro Jahr pauschal zur Verfügung gestellt werden. Dieses Budget steht der Universität jedoch nicht zur freien Verfügung, sondern muss laut dem vereinbarten Haushaltsplan weiterverteilt werden.

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Das vom Bund gestellte Globalbudget ist von 2005 auf 2010 um nur 10,3% gestiegen (Indexbereinigt), während die Zahl der Studierenden um 47,9% angestiegen ist. Auch das Stammpersonal musste um 11,2% (Vollzeitäquivalente) aufgestockt werden. [8] Man sieht schon allein anhand dieser Zahlen, dass das Budget bei weitem nicht mehr ausreicht, um eine Universität noch angemessen zu betreiben.

Damit die TU auch im europaweitem Vergleich konkurrenzfähig bleibt, muss sie sich außerdem ständig weiterentwickeln, neue Forschungsgruppen bilden oder wenigstens den aktuellen ein angemessenes Equipment bieten. Zudem sollte auch genug Geld vorhanden sein, um qualitativ hochwertige Lehre anbieten zu können.

Auch im Vergleich zu anderen Universitäten im deutschsprachigen Raum hat die TU Wien weitaus weniger Budget zur Verfügung. So standen der ETH Zürich 2010 umgerechnet sieben Mal soviel Bundesmittel pro StudentIn zur Verfügung, als der TU Wien. Die Bundesmittel der TU München pro StudentIn waren ziemlich genau doppelt so hoch, die der TU Delft fast drei Mal so hoch wie jene der TU Wien. [9]

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Mietkreisel

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Als die technische Universität Wien in die Vollrechtsfähigkeit entlassen wurde, wurden ihre Gebäude in die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ausgelagert. Seitdem hat die TU Wien Miete für ihre Gebäude an die BIG zu zahlen. Diese gehört dem Bundesministerium für Finanzen. Dasselbe Ministerium, das dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Geld überweist, welches die TU Wien bekommt, um die Miete zu bezahlen. Dieser Geldkreisel hat nicht nur das Problem, dass Teile des Geldes in der Verwaltung desselben hängen bleibt, sondern auch, dass diese Verwaltung das Alltagsleben an der TU erschwert. So ist für die Reparatur eines Doppelfensters für den inneren Teil die TU Wien verantwortlich und der äußere Teil muss von der BIG bearbeitet werden. Das bedeutet, TU-Mitarbeiter/innen müssen in solchen Fällen zwei Reparaturanträge schreiben, zwei Termine für die Reparaturen ausmachen und den jeweils unterschiedlichen Reparaturteams zwei Mal die Situation erklären. Dieser Mehraufwand kostet Zeit und Geld, die der TU für andere Aufgaben dann fehlen.

Drittmittelreise

Da die TU Wien nicht all ihre Forschung aus ihrem Budget finanzieren kann, ist sie darauf angewiesen, Forschungsförderungen für Projekte zu beantragen. Neben Förderungen aus EU-Projekten und Firmenkooperationen sind zwei der wichtigsten Förderungsquellen der Fond der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die TU Wien hat es geschafft, mit Ihren Anträgen im letzten Jahr knapp 13 Millionen Euro aus dem FFG und ca. 14 Millionen Euro vom FWF genehmigt zu bekommen. Das Problem daran ist, dass die Fördergelder nur rund 60% der Kosten, die durch die Forschung entstehen, abdecken. Die TU Wien hat durch notwendige und genehmigte FFG- und FWF-Anträge alleine 2011 Mehrkosten in der Höhe von fast 22 Millionen Euro gehabt, die aus dem „normalen“ Budget zu zahlen sind. Das macht mehr als 10% des TU-Budgets aus. Diese Fördergeldkonstruktion verschlingt nicht nur einiges an Verwaltungsmehrkosten, sondern schafft auch zusätzliche Verwaltungsarbeit für Forscher/ innen und kürzt durch Mehrausgaben und erhöhten Zeitaufwand das TU-Budget effektiv.

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Personalsituation der TU

Betreuungsverhältnis: so viele Studierende kommen auf eine/n TU-Professor/in.
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Dadurch, dass die TU bereits negativ budgetiert und sparen muss, ist momentan eine drastische Leistungsreduktion geplant. Als erster Schritt wurde bereits bis ans Limit an Reinigungskräfte und Portieren reduziert. Weiters hat die TU schon 15 Professuren einsparen müssen. Plätze werden einfach nicht mehr nachbesetzt und Löhne gekürzt. Wenn die Bundesmittel auf dem Niveau von 2011 nominell eingefroren werden, muss die TU Wien aufgrund der Kostensteigerungen (Personal, Mieten, Energie, usw) „schrumpfen“. Nach aktuellen Rechnungen müssten jährlich 70 Stellen gestrichen werden. Mit dieser Zahl würde die TU Wien bereits 2015 um anderthalb Fakultäten kleiner sein als heute.

Das alles ist nicht nur in Planung, sondern bereits in Gang: Ab nächstem Wintersemester wird es zum Beispiel nicht mehr möglich sein, an der TU für ein Lehramtsstudium (ausgenommen DG) zu inskribieren. Das bedeutet auch, dass es das Lehramtsstudium an der TU in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Als weitere Sparmaßnahme sollen massiv Masterstudien reduziert werden, was ein vielseitiges Studienangebot und die Spezialisierung und Entfaltung der Studierenden natürlich stark einschränkt. Wir bewegen uns also wieder einen Schritt weiter weg von dem erklärten Ziel, zum Spitzenfeld der Bildung in Europa zu gehören.

Da sich durch die Kürzung von Personal natürlich auch das Betreuungsverhältnis verschlechtert, wird ein Studium an der TU noch zusätzlich erschwert. Schon jetzt kommen auf einen Professor 198 Studierende, doppelt so viele wie noch 2005. [10]

Anstatt Prädocs - wie vom Betriebsrat des wissenschaftlichen Personals gefordert [11] - voll anzustellen, wurde das Anstellungsverhältnis vor kurzem um weitere 20% reduziert. Statt für 31 Stunden werden Prädocs also nur noch für 25 Stunden angestellt, arbeiten in Wahrheit aber meistens nach wie vor Vollzeit (40 Stunden).

Durch das rigorose Sparprogramm der letzten Jahre werden in einigen Bereichen die Fachkräfte, die die Foschung und Lehre an der TU Wien vorantreiben, immer weniger. Ein Beispiel ist der Bereich der Technischen Informatik (Institute 182 und 183). Dort emeritierten in den letzten Jahren die Kollegen Schildt und Kopetz. Der Kollege Grünbacher ist nicht weit von seiner Emeritierung entfernt. Von diesen drei wichtigen Professuren wird aber nur eine nachbesetzt. Damit schrumpft der Bereich unweigerlich und der damit verbundene Wissensverlust ist nicht wieder gut zu machen. Wird dieser Kurs weiter verfolgt, werden wir uns langfristig auf die Schließungen von Fachbereichen und deren Forschungsgebieten sowie den daraus resultierenden Studienfelder einstellen müssen.

Lehramtstudium und Masterkürzungen

Im Wintersemester 2012 soll nach Aussagen der Unileitung die Inskription für alle Lehramtsstudien außer Darstellende Geometrie an der TU Wien ausgesetzt werden. Außerdem ist geplant, an einigen Fakultäten die Anzahl der Masterstudienpläne zu reduzieren, bzw. wichtige Überarbeitungen der bestehenden Studienpläne nicht umzusetzten.

Frühwarnbericht und Sanierungskonzept

Universitätsgesetz 2002 §12 Abs. 13: Die Bundesministerin oder der Bundesminister kann im Falle der drohenden oder eingetretenen Zahlungsunfähig- keit der Universität ein Sanierungskonzept als verbindlichen Rahmen für ihre Wirtschaftsführung vorgeben, welches dem Ziel dient, im Rahmen einer geordneten Gebarung die künftige, dauerhafte Leistungsfähigkeit der Universität zu erreichen. Das Sanierungskonzept kann die Bestellung einer Universitätskuratorin, eines Universitätskurators oder von mehreren Universitätskurator- innen oder Universitäts- kuratoren beinhalten. [13]
Im Zuge des Frühwarnberichts der TU Wien reichte das Rektorat auch ein Sanierungskonzept ein, das eine ausgeglichene Bilanzierung bis 2015 vorsieht. Laut Universitätsgesetzt hat die Regierung zudem das Recht, selbst ein Sanierungskonzept zu erstellen. Dieses hat die TU dann auch innerhalb des vorgesehenen Zeitraumes zu erfüllen.

Außerdem kann auch ein Kurator vom Bundesminister eingesetzt werden, welcher dafür sorgen soll, das Konzept umzusetzen. Leider sind die Kompetenzen des Kurators im Gesetz sehr unklar definiert. Sie müssen lediglich im Sanierungskonzept festgelegt werden.

Es gibt verschiedene Szenarien, die eintreten könnten. Einerseits könnte der Kurator lediglich zur Beratung des Rektorats bereitstehen und überwachen, ob die Ziele auch wirklich umgesetzt werden. Andererseits könnte ihm aber auch mehr Verantwortung übertragen werden. Im schlimmsten Fall könnte er den Aufgabenbereich des Rektorats komplett übernehmen, was bei wahrscheinlich unzureichender Kompetenz und fehlendem Weitblick fatale Folgen für die Universität mit sich bringen könnte.

Veraltete Infrastruktur

Mit dem "Univercity 2015"-Projekt hätten fast alle Gebäude der TU erneuert oder umgebaut werden sollen [14]. Da einige der Standorte schon lange als baufällig eingestuft werden, wurde der Sanierung hohe Priorität eingeräumt und ihre teilweise Durchführung trug auch zu den negativen Bilanzen der letzten Jahre bei. Von den ursprünglichen Plänen wurde aber trotzdem nur ein Bruchteil umgesetzt und vor allem das Hauptgebäude am Karlsplatz wäre immer noch dringend Renovierungsbedürftig - dafür fehlt aber das Geld. karlsplatz.png

Geplanter Umbau des Hauptgebäudes: (1) Zubau Lammtrakt AG; (2) Zubau Resseltrakt AD; (3) Aufstockung Gartentrakt AS; (4a) Spange Dachgeschoss AC-AD-AG; (4b) Aufstockung Mitteltrakt AC; (5) Unterbauung Hof 1; (6) Überbauung Hofpavillon AH

Der Fachkräftemangel und MINT

Schon seit Jahren wird von Regierung, Wirtschaft und Industrie immer wieder betont, dass es nicht nur in Österreich, sondern international einen starken TechnikerInnenmangel gibt. Aus diesem Grund startete die Regierung 2010 die groß angelegte Werbekampagne für die sogenannten MINT-Studien: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Auf der Homepage dieser Kampagne [12] findet sich folgende Feststellung:

MINT-Absolvent/innen sind gefragt
Aktuelle Umfragen aus Wirtschaft und Industrie belegen den großen Bedarf an Fachkräften:
  • 40% der Industrieunternehmen haben Probleme, genügend Fachkräfte im Bereich Technik & Produktion zu beschäftigen.
  • 54% der Industrieunternehmen haben Schwierigkeiten, genügend Hochqualifizierte im Bereich Forschung und Entwicklung zu finden.
  • 40% der Unternehmen erwarten, dass der Bedarf an Beschäftigten dieser beiden Gruppen innerhalb der nächsten Jahre weiter ansteigen wird.

Im krassen Gegenzug dazu steht die fehlende Finanzierung an der TU, die dazu führt, dass gerade dieses Fachpersonal nicht angemessen ausgebildet werden kann und dass in vielen dieser so gefragten Studienrichtungen bereits an Einschränkung von Studienplätzen gedacht wird. Mit diesen geplanten Kürzungen ist es unmöglich dem TechnikerInnenmangel entgegenzuwirken, obwohl die Nachfrage seitens der Studierenden im Zunehmen ist.

Der Regierung liegt laut MINT-Initiative offensichtlich etwas daran, die AbsolventInnenzahlen an der TU zu steigern. In diesem Sinne wäre es unverantwortlich, durch eine Fortsetzung des derzeitigen Sparkurses unsere Universität auf einen Bruchteil ihrer Größe zu reduzieren und die Qualität in Lehre und Forschung zu zerstören.

Stimmen aus der Politik

"Das Einzige, was ich gesagt habe, war, wenn wir den Unis nicht mehr Mittel geben, dann signalisieren wir, dass uns dieses für die Zukunft Österreichs anerkanntermaßen vielleicht wichtigste Feld nicht wichtig genug ist und wir da nicht investieren wollen. Wenn zum Beispiel die Unis beginnen müssen, Leute zu entlassen, Studienrichtungen einzusparen oder Forschungsprojekte einzustellen, dann wäre das insgesamt ein fatales Signal und ein noch fataleres für die ÖVP."

- Karlheinz Töchterle, http://derstandard.at/1324501647118/Toechterle-Mich-amuesiert-das-Phaenomen-Wutbuerger

"Gleichzeitig wollen wir durch massive Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung auch die Grundlagen für den zukünftigen Wohlstand unseres Landes absichern und damit unserer Jugend die besten Startchancen in das Berufsleben bieten. Dies geht vom verpflichtenden, kostenlosen, letzten Kindergartenjahr über weitere Reformen im Schulbereich bis hin zur Stärkung der Fachhochschulen und Universitäten. Damit geben wir den jungen Menschen die Chance, in einer globalisierten und immer enger vernetzten Welt erfolgreich bestehen zu können."

- Regierungsprogramm 2008 - 2013, http://www.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=32965

"Wir alle wissen, dass die Universitäten schon jetzt nur deshalb noch funktionieren, weil die jungen Kolleginnen und Kollegen ganz Außerordentliches leisten. Ihnen können wir nicht noch mehr aufbürden. Die Regierung fährt ihr Sparprogramm auf Kosten der Nachwuchswissenschaftler, die unter extremer Belastung leiden."

- Harald Kainz, Rektor der TU Graz, http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/741322/Junge-Forscher-vernachlaessigen-ihre-Karriere?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/index.do

"Da die öffentliche Finanzierung auch ein gutes Geschäft für den Staat ist, weil die Absolventinnen und Absolventen die Kosten nach Abschluss des Studiums mehrfach über höhere Steuern und Abgaben zurückzahlen, ist dies eine gute Investition."

- Andrea Kuntzl, Wissenschaftssprecherin der SPÖ, http://ug02.wordpress.com/2011/11/25/ressourcen-und-finanzierung-von-lehre-und-forschung/


Diese Seite wird auch weiterhin bearbeitet und um neue Fakten erweitert.


Quellen:

Topic revision: r27 - 13 Jul 2012 - 13:41:58 - TobiasFellinger
 

Herausgeberin:
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