Kunst, Kultur, Kulinarisch
Frühstücksgenuss in drei Wiener Lokalen

In einem Lokal zu frühstücken, ist für viele Studierende ein Luxus, den man sich nicht jedes Wochenende oder gar täglich leisten kann. Gabriel und Florian haben drei Wiener Lokale getestet, die alle auf ihre Art ganz unterschiedliche Eindrücke hinterlassen.

Franz

Preßgasse 29 | www.franzwien.at

Erster Eindruck: Bin ich hier im Keller? Ich bin doch gar keine Stufen hinunter! Aber dieser Eindruck ändert sich bald. Wir, Gabriel und Florian sind hier in einem gemütlichen Ecklokal angekommen, das man als urwienerisch beschreiben könnte. Im Gastraum treten besonders das dunkle Holz und die unverputzten Wände und Gewölbedecken hervor, aktuelle Plakate von Veranstaltungen hängen an einem Ende des Lokals die in ihrer Gesamtheit etwas tapetenhaftes haben und das Publikum scheint auch ein gut durchmischtes zu sein, worunter man sich gerne gesellt.

Hier herrscht „Zettelwirtschaft“!

So, was haben wir da? Einen Stimmzettel? Ein Feedback-Formular? Nein, es ist der Bestellschein für das Frühstück! Mit diesem interessanten Konzept gibt man dem Service-Personal Bescheid, was man haben möchte. Man kreuzt außerdem Erst- bzw. Nachbestellung an und notiert die Tischnummer – so kommt nichts durcheinander. Und tatsächlich – uns wurde immer das richtige serviert. Die Auswahl ist groß: So stehen neben dem gewohnten Frühstück auch gebratener Speck, Spiegeleier, Müsli, verschiedene Sorten Kaffee und Tee, Fruchtsaft und vieles mehr auf dem Zettel. Das Beste an der ganzen Sache: Hierbei handelt es sich um ein All-you-can-eat-Frühstück mit Bedienung. Also kein Stress am Buffet und eine gute Übersicht, wie viel man am Ende zahlt. Um EUR 10,90 bekommt man dieses Frühstück wochenends von 10 bis 17 Uhr – und es schmeckt!

Freiraum

Mariahilfer Straße 117 | www.freiraum117.at

Erster Eindruck: Dieses Lokal ist größer, als ich mir vorgestellt habe. Genau genommen: Es ist riesig! Mit den vielfach gestalteten Bereichen und unterschiedlichen Ebenen lockt dieses avantgardistische Lokal sichtlich diverse Minderheiten an. Unter den Gästen finden wir klassische Schnösel, abgehobene Bobos, Geschäftsleute, Künstler und Normalos. Im Großen und Ganzen erwecken diese clubartigen Räume einen schwulen Lifestyle – oberflächlich, verwöhnt, großzügig, kurzweilig. Ob man sich hier wohl fühlt, ist wahrscheinlich davon abhängig, wo und neben wem man Platz nimmt.

Moment, ist das alles?

Wir beide haben uns entschieden, das 2-Leute-Frühstück zu nehmen – das klingt gut und auch reichlich, doch nach dem Servieren fragen wir uns, ob bereits alles am Tisch steht, oder noch etwas nachkommt – das fragen sich unsere Tischnachbarn übrigens auch gerade. Wer mit einer Semmel und einem Croissant (das vielleicht 40 Gramm auf die Waage bringt) satt wird, dem könnte es hier gefallen. In keinem Vergleich stehen dazu die Beläge beziehungsweise Aufstriche – man weiß gar nicht, wohin damit. Vielleicht auf die Zusatzsemmel um 1,20 Euro?

Tipp: Schmuggle was vom Anker rein!

Das Weiche Ei war schlecht zu schälen und das Eiweiß war nur halbgestockt. Das Obst, das zum 2-Leute-Frühstück gehört, besteht pro Person aus: 1 Weintraube und je einem zündholzschachtelgroßem Stück Ananas, Zucker- und Honigmelone. In dem Frühstück ist außerdem kein Heißgetränk inbegriffen! Ja, wo gibt’s denn sowas? Kein Kaffee zum Frühstück! Stattdessen hat man ein 0,1l-Glas Prosecco oder frischgepressten Orangensaft zur Wahl. Teilen muss man übrigens auch noch: das Jogurt, das kleiner als ein 150g-Becher ist, ein Müsli und 4 Waffeln in Herzform mit Schokosauce, die am Schluss schon ganz grauslich weich waren. Die Portionen waren klein und die 20 Euro (10 pro Person) konnten die Qualität der Speisen nicht rechtfertigen.

Das Möbel – Das Café

Burggasse 10 | www.dasmoebel.at/cafe

Erster Eindruck: Schick, sehr schick! Kann ich das kaufen? Und tatsächlich: Man kann (fast) alle Sachen kaufen, auf denen man sitzt, isst und die einen umgeben, wie beispielsweise Lampen, Regale, usw. Das ist das Verkaufskonzept des Geschäfts Das Möbel. Durch die Fenster entlang der Burggasse fallen morgens die ersten Sonnenstrahlen ins Café, was die Plätze dort und entlang der Bar beliebt machen. Jene, die noch nicht so munter sind und lieber ihren Kater ausnüchtern, denen bietet sich ein Platz im Raum entlang der Gardegasse an – dort ist es morgens noch etwas dunkler und man hat von dort auch immer den besten Blick zum Buffet, wenn was nachgeliefert wird.

An jedem Tag ein Frühstücksbuffet

Werktags gibt’s von 10 bis 14 Uhr das gängige Frühstücksbuffet um EUR 8,70, an Wochenenden und Feiertagen wird das Große Frühstücksbuffet von 10 bis 16 Uhr um EUR 12,30 angeboten. Bei beiden sind ein Heißgetränk als auch ein alkoholfreies Getränk, sowie ein Weiches Ei im Preis inkludiert! Am weiten Buffet wird man schließlich mit verschiedenen Gebäcksorten, Marmeladen, Aufstrichen, Käse, Wurst und Schinken verwöhnt. Daneben gibt es noch Kuchen, Obstsalat, Jogurt, Müsli, knackiges Gemüse, … also genug, um sich zu sättigen – und das zu einem wirklich günstigen Preis, bei dem auch die Qualität stimmt.



Unter den drei Test-Lokalen bekommt „Das Möbel“ von uns die beste Bewertung. Das Franz eignet sich besonders gut für einen Familienbesuch, da es ein spezielles Angebot für Kinder gibt. Im Freiraum dagegen geht man bestenfalls mit Leuten hin, die man beeindrucken möchte – dazu am Besten die Brille von Seite 8 verwenden. Achtung: Für die Lokale Franz und Das Möbel – Café empfiehlt sich eine Platzreservierung bei mehr als 2 Personen.

Gabriel und Florian studieren Architektur an der TU Wien.
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:03 - Main.UnknownUser
 

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