Präimplantationsdiagnostik (PID)
Pro und Kontra PID

Derzeit wird in Europa heftig über die Erlaubnis der sogenannte Präimplantationsdiagnostik diskutiert. Dafür soll nun auch in Österreich eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden. Doch es gibt große ethische Bedenken.

Eine PID ist nur dann durchführbar wenn der Embryo im Reagenzglas im Zuge einer In-Vitro Fertilisation gezeugt wurde. Dabei wird eine von etwa acht Embryonalzellen entnommen und auf genetische Defekte hin untersucht. Neben der medizinischen Frage ob sich diese Zellentnahme später auf das Baby auswirken kann gibt es noch viele Bedenken ethischer und gesellschaftlicher Natur.

Ein Argument dass oft für die Erlaubnis der PID genannt wird ist, dass man Frauen die schon lange Zeit versuchen ein Kind zu bekommen noch eine Abtreibung oder eine Fehlgeburt nach einer künstlichen Befruchtung ersparen will. Man könnte also Embryonen die Behinderungen aufweisen schon vor der Einpflanzung ausselektieren und nur solche die gesund sind einpflanzen. Dadurch wird allerdings die Frage aufgeworfen wie viel man der Frau die Mutter werden will nun zumuten darf? Haben Eltern an sich ein Recht auf ein gesundes Kind? Ist ein behindertes Kind den Eltern in einer kapitalistischen und leistungsorientierten Gesellschaft nicht zumutbar?

Gerade von VertreterInnen von Behindertenorganisationen gibt es starke Kritik gegen die PID. Wo genau sollen die Grenzen gezogen werden zwischen Menschen die es Wert sind am Leben zu sein und solchen die es nicht sind. Außerdem könnte eine Lockerung des PID Verbots schrittweise dazu führen dass es schon bald Designerbabys geben könnte, wie es in Teilen der USA jetzt schon möglich ist und auch gemacht wird.

Österreichische Frauenpolitikerinnen haben sich bisher eher zu einer Lockerung des PID-Verbotes bekannt, allerdings nur mit genauen Rahmenbedingungen. Fraglich ist wie diese Rahmenbedingungen aussehen sollen. Welchen Personen soll es möglich sein eine PID in Anspruch zu nehmen? In den meisten Ländern ist es bisher nur wohlhabenden, heterosexuellen und verheirateten Paaren gestattet.

Es wurde auch eine Liste mit Krankheiten diskutiert auf die getestet werden darf. Das könnte jedoch zu einer gesellschaftlichen Stigmatisierung von Betroffenen führen. Außerdem müsste man sich bei allen Krankheiten sicher sein dass sie auch wirklich auftreten wenn ein Gendefekt festgestellt wurde.

Sarah findet PID sehr kontrovers.
Topic revision: r1 - 16 May 2011 - 13:51:09 - Main.MartinBorer
 

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