Wien: branded city
Die Fachschaft Raumplanung organisiert ein PIT

Beim PIT (PlanerInnentreffen) handelt sich um eine Konferenz von Studierenden der deutschsprachigen Planungsstudiengänge, die zum fachlichen und persönlichen Austausch dient. Von 29. Oktober bis 2. November findet das PIT in Wien statt und wird von der Fachschaft Raumplanung organisiert. Das Motto lautet diesmal „Wien – branded city“ und wird sich im Spannungsfeld von Stadtmarketing und Planung bewegen.

Elf motivierte Menschen, eine Kaffeemaschine, eine Mission: Die Organisation des PIT 2011 in Wien. Seit Jänner trifft sich die Fachschaft Raumplanung schon mindestens einmal wöchentlich um an der gesamten Organisation und der inhaltlichen Konzeption des PlanerInnentreffens zu arbeiten.

Ursprünglich diente das PIT ausschließlich zum hochschulpolitischen Austausch der deutschsprachigen StudienrichtungsvertreterInnen der Planungsstudiengänge. Nach und nach wurde es auch für Studierende, die nicht hochschulpolitisch aktiv sind, geöffnet. Mit dabei sind Menschen aus Berlin, Cottbus, Dortmund, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Kassel, Rapperswil (CH), Weimar und eben auch Wien.

Im Rahmen des PIT werden Workshops, Exkursionen und Diskussionsveranstaltungen über für den Austragungsort aktuelle und typische Fachthemen angeboten. Neben diesem Bildungsaspekt dient das PIT auch der (internationalen) Vernetzung und dem Austausch zwischen Studierenden. Nicht zuletzt ist ein weiteres Ziel des PIT, dass Studierende den Austragungsort auf eine fachspezifische Weise kennenlernen.

Zu diesem Zweck wurde für das PIT in Wien das Thema Citybranding gewählt. Dieses Motto entsprang einer assoziativen Auseinandersetzung mit der Stadt Wien. Denn Wien schien dem ersten Eindruck nach bloß eine Summe von Klischees zu sein: Schönbrunn, Riesenrad und der „Wiener Schmäh“. Diese Klischees werden bewusst verwendet um Wien als Kongressstandort, als Urlaubsort oder sogar als „lebenswerteste Stadt der Welt” zu vermarkten. Dabei wusste schon Helmut Qualtinger: „Das Problem für jeden Wiener: Man kann es in Wien nicht mehr aushalten, aber woanders auch nicht.“

Was steckt also hinter der Praxis Städte zu vermarkten? Welche AkteurInnen sind daran beteiligt? Wie nutzen PolitikerInnen solche Instrumente um eigene Ideen voranzutreiben und welche Rolle spielen dabei RaumplanerInnen?

„Citybranding“ ist nicht bloß ein Phänomen der Stadt Wien, vielmehr handelt es sich dabei um ein Charakteristikum einer postindustriellen, westeuropäischen Stadt, welche sich in einer globalen Konkurrenzsituation befindet. Handelt es sich dabei bloß um ein Instrument von RaumplanerInnen, PolitikerInnen, BauträgerInnen oder Marketingagenturen um Ideen optimal zu vermitteln oder verändert diese Praxis Städte von Grund auf? Drohen Innenstädte zu denkmalgeschützten Konsumräumen zu werden? Haben der Planer und die Planerin in einer mitteleuropäischen Stadt nichts anderes mehr zu tun, als den historischen Bestand zu vermarkten? Hatte Fritz Molden also recht, als er sagte: „In Wien hat sich seit hundert Jahren nichts verändert, nur der Kaiser kommt nicht mehr.“?

Die Wahl des Themas „City Branding“ spielt nicht bloß mit den Klischees der Stadt Wien, sondern eröffnet ein breites Spektrum an aktuellen, hochrelevanten Themen der europäischen Stadtentwicklung. Die Stadt Wien bietet viele wunderbare Beispiele, das Thema Citybranding Studierenden anderer Planungsstudiengänge näher zu bringen. Die Fachschaft Raumplanung freut sich auf eine spannende und interessante Diskussion mit unseren deutschen und schweizerischen Gästen und hofft, dass die KollegInnen erkennen werden: „Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert. Die Straßen anderer Städte mit Asphalt.“ (Karl Kraus)

Mafi weiß manchmal nicht ob sie eine Wienerin oder ein Mensch ist (frei nach Helmut Qualtinger)
Topic revision: r1 - 02 Jul 2011 - 17:45:38 - MartinBorer
 

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