Motivation?
Ja. Nein. Vielleicht. Hab Angst.

Motivation ist der Affekt, der Apathie in Bewegung umwandelt, Freude die treibende Kraft dahinter.

Oftmals steht dieses Prinzip im Schatten des universitären Alltages. Stress und Problemstellungen bestimmen den Tag eines Studenten des 21. Jahrhunderts. Pflichtlehrveranstaltungen, Gruppenarbeiten, Hausaufgaben und Konstruktionsübungen müssen dem 24 Stunden Rhythmus genügen.

Die Frage nach der Motivation bleibt in diesem Rad zuweilen auf der Strecke. Eine Antwort hierfür findet sich im Partygeschehen, Theaterbesuchen, Chorproben und Vernissagen, die exemplarisch im Konflikt mit der Lernmotivation stehen. Besonders im Sommersemester verleiten Sonne und warme Temperaturen zum Tausch von Schreibtisch und Sonnenliege. Neben der akademischen Ausbildung bildet jedoch genau diese Freizeitgestaltung das zweite Bildungslager – die individuelle Prägung eines Menschen. Diese zwei Bildungsziele in einem Weg zu vereinen ist mitunter die schwerste Aufgabe, die einem das Leben auferlegt. Das Schlüsselwort ist Zeitmanagement.

Um die Lernzeit zu optimieren, gibt zum Beispiel die Mnemo-Technik von Gregor Staub Hilfestellung. Er verspricht mit seinen Methoden einen effizienten Weg an das gesetzte Lernziel. Im Zentrum seiner Lehre steht der Wiederholungseffekt, der es ermöglicht, theoretischen Stoff nachhaltig im Gedächtnis zu behalten. Dieser Prozess erfordert allerdings die Überwindung des eigenen Egos. Beispielhaft erklärt der Gedächtnistrainer, wie ein Kleinkind nach abermaligem Versuch die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, begeistert den ersten Schritt macht. Vergleichsweise würde ein Erwachsener nach 15-maligem Scheitern resignieren und akademisch die Vorteile des „Krabbelns“ erläutern. Dieses kindliche Verhalten beschreibt die zwei Mechanismen des Lernprozesses, Freude über Stoffgebiete, die man bereits beherrscht und wiederum Freude über gemachte Fehler, da man jene erkannt und Gelegenheit hat diese auszumerzen. Der Dreh- und Angelpunkt seiner Lernmethode ist also die Emotion. Schon Shakespeare sagte: “Lust verkürzt den Weg“. Ähnlich wie bei einem Computerspiel soll man sich auf einem, dem Wissen angemessenen, Niveau bewegen und dann, nach neu erworbenem Wissen, ein Level aufsteigen. Es ist also wichtig beim Lernen ein gutes Gefühl zu haben um sich dem inneren „Schweinehund“ nicht zu unterwerfen.

Ein weiterer Gesichtspunkt von Gregor Staub ist die Verkörperung des Lernstoffes. Es handelt sich dabei um eine Art dingliche „Eselsbrücke“, die es ermöglicht sich viele Wörter in kurzer Zeit zu merken. Selbst der „homo novus“ Cicero, einer der überlegensten Redner der Antike, bediente sich bei seinen stundenlangen Reden dieser Methode. Man ordnet Dingen im Raum Wörter zu und schafft somit beim Anblick der Gegenstände eine Assoziation. Den grauen Daten wird Farbe eingehaucht und das Gehirn kann diese leichter abrufen.

Nachvollziehbar wird dieses System mit einem Beispiel aus dem täglichen Leben. Beim Anblick eines alten Kinoplakates ist es leichter sich zu erinnern den Film gesehen zu haben, als wenn jemand in seiner Frage nur den Filmtitel bekannt gibt. Der Mensch denkt also in Bildern und erleichtert sich die Lernprozesse, wenn er Wörter dinghaft macht. Ein weiterer Anwendungsbereich ist das Namensgedächtnis. Den Namen eines Menschen zu kennen zeugt von Respekt und Interesse einer Person gegenüber. Mit diesem Wissen kann man bereits am Beginn eines Gespräches eine Sympathieebene aufbauen. Zur Anwendung kommt, das bereits bekannte Prinzip eine simple Verknüpfung zum Wort zu schaffen, zum Beispiel Hanna, die mit dem langen Haar. Der Fantasie sei dabei keine Grenzen gesetzt und so hat die Peinlichkeit hinter der verzweifelten Suche nach dem passenden Namen zum bekannten Gesicht ein Ende.

Ein Ende hat auch das Sommersemester 2011. Der Startschuss für die Freizeit ist schon fast hörbar. Die Devise ist also seine Ziele im Präsens zu formulieren und dann mit gutem Gefühl in die wohlverdienten Ferien zu starten.

Claudia ist motiviert, sich auf die anstehende vorlesungsfreie Zeit zu freuen.
Topic revision: r1 - 02 Jul 2011 - 17:35:29 - Main.MartinBorer
 

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