Stammtisch Sozial
heute: Ferienjobs

Der Sommer rückt immer näher und somit auch die Zeit der Ferienjobs. Deswegen beschäftigt sich der folgende Artikel mit den wichtigsten Merkmalen von Ferialarbeit. Es gíbt zwei Arten von Ferialjobs, nämlichdie Ferialarbeit und das Ferialpraktikum.

FerialarbeitnehmerIn:

FerialarbeitnehmerInnen sind als „echte“ ArbeitnehmerInnen in den Betrieb eingegliedert, weisungsgebunden und der Kontrolle durch den/die ArbeitgeberIn unterworfen. Das Arbeitsverhältnis kann auf bestimmte oder unbestimmte Zeit abgeschlossen werden.

Ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit kann nur nach den jeweiligen kollektivvertraglichen oder gesetzlichen Bestimmungen gekündigt werden. Verrichten FerialarbeitnehmerInnen Angestelltentätigkeiten, ist der Abschluss eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses unzweckmäßig, da bei Angestellten die Kündigungsfristen zu lange und wenige Kündigungstermine einzuhalten sind.

Entlohnung
FerialarbeitnehmerInnen unterliegen je nach Art der Beschäftigung den im Betrieb anzuwendenden Kollektivverträgen für ArbeiterInnen oder Angestellte. Damit haben sie Anspruch auf die kollektivvertragliche Mindestentlohnung.

Der/die FerialarbeitnehmerIn ist grundsätzlich in die mit ihm/ihr vereinbarte, dem Aufgabenbereich entsprechende, Position der allgemeinen Lohn- oder Gehaltstafel des anzuwendende Kollektivvertrages einzustufen.

Sieht der Kollektivvertrag Sonderzahlungen vor, so sind diese bei Beendigung des Ferialarbeitsverhältnisses (aliquot) zu leisten.

Problem: Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit
Oft wird eine bereits bestehende (geringfügige oder vollversicherte) Teilzeitbeschäftigung eines Schülers oder Studenten in der Ferienzeit auf eine Vollzeitbeschäftigung ausgedehnt. In diesem Fall hat die Änderung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit schriftlich zu erfolgen. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass für die in der Ferienzeit ausgedehnte Arbeitszeit der Mehrarbeitszuschlag von 25% zu bezahlen ist.

FerialpraktikantIn:

Begriff
FerialpraktikantInnen sind SchülerInnen oder StudentInnen, die als Ergänzung zu ihrer schulischen Ausbildung ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum in einem Betrieb absolvieren. Der Ausbildungszweck steht dabei im Vordergrund.

Als FerialpraktikantIn ist es mir gestattet, mich zum Zweck meiner Aus- und Weiterbildung im Betrieb zu betätigen. Eine (persönliche) Arbeitsverpflichtung besteht nicht. Es darf weder eine Bindung an die betriebliche Arbeitszeit noch eine Weisungsgebundenheit gegeben sein. Ich habe mich in die allgemeine betriebliche Ordnung einzufügen und unter anderem auch die für den Betrieb geltenden Sicherheitsvorschriften zu befolgen.

Der Inhalt und die Dauer des Ferialpraktikums richten sich nach den Ausbildungsvorschriften der Schule bzw. des Studiums.

Wichtig:
Das Ferialpraktikantenverhältnis wird durch den Lern- und Ausbildungszweck und nicht durch die Erwerbsabsicht des Unternehmens charakterisiert. Das zeigt sich in der betrieblichen Praxis an der fehlenden Arbeitspflicht, am mehrmaligen Wechsel der verrichteten Tätigkeit sowie an der Zuweisung von Tätigkeiten nach dem Wunsch des Auszubildenden, und nicht nach den betrieblichen Notwendigkeiten.

Entlohnung
Ein reguläres Arbeitsentgelt gebührt nicht. Ob ein Taschengeld bezahlt wird bzw. wie hoch dieses ist, unterliegt der freien Vereinbarung. Wird Unentgeltlichkeit vereinbart, ist keine Anmeldung zur Sozialversicherung erforderlich.

Arbeitsrechtliche Stellung
Der/die FerialpraktikantIn ist kein ArbeitnehmerInnen im arbeitsrechtlichen Sinn. Es gelten für ihn/sie daher auch keine arbeitsrechtlichen Bestimmungen (wie Urlaubsgesetz, Entgeltfortzahlungsgesetz, Angestelltengesetz oder Kollektivvertrag).

Viele Kollektivverträge schließen FerialpraktikantInnen aus ihrem Geltungsbereich ausdrücklich aus.

Wichtig:
Der Kollektivvertrag kann auch vorsehen, dass FerialpraktikantInnen wie ArbeitnehmerInnen zu behandeln sind. Solche FerialpraktikantInnen unterliegen den gesetzlichen und entsprechenden kollektivvertraglichen Bestimmungen über Entlohnung, Entgeltfortzahlung, Urlaub, etc.

Nachdem ich mittlerweile alle möglichen Arbeitsverträge in den letzten htu_infos vorgestellt habe, hoffe ich, euch gut für den Sommer, zumindest arbeitstechnisch, ausgerüstet zu haben.

Falls ihr Fragen an uns habt sind wir im Sommer per E-Mail unter sozial@htu.at erreichbar.

Suzi wünscht euch im Namen des Sozialreferates erholsame Sommerferien!
Topic revision: r1 - 02 Jul 2011 - 17:17:30 - MartinBorer
 

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