Für dürftige und würdige Hörer
Stiftungsstipendien an der TU Wien von der Gründung bis zum Ende des zweiten Weltkriegs

Studieren war immer schon mit Kosten verbunden: Auch in früheren Zeiten mussten Kollegiengelder und Prüfungsgebühren bezahlt werden, ebenso Aufwendungen für Bücher und sonstige Lernmittel. Da die Universitäten für die Mehrheit der Studierenden weit von ihrem Heimatort entfernt lagen, waren auch Kosten für Unterkunft und Lebensunterhalt aufzubringen. Dennoch war ein Universitätsstudium auch für weniger vermögende Hörer (damals noch durchwegs männlich) möglich.

Studienfinanzierung im 19. Jahrhundert

Viele weniger wohlhabende Studierende mussten sich ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise durch Erwerbsarbeit neben dem Studium finanzieren. Sehr oft geschah dies durch Unterricht als Hauslehrer in bürgerlichen oder adligen Familien.

Auf Antrag konnte man, nach Vorlage eines Mittellosigkeitszeugnisses (und guter Noten) ganz oder halb von der Zahlung der Gebühren befreit werden. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, sich um ein Stipendium zu bewerben. Dies konnten sog. „Landesstipendien“ sein, die die Regierungen der Kronländer für ihre „Landeskinder“ aussetzten. Vor allem aber gab es an den Universitäten eine Fülle von Stipendien, die von privaten Stiftern (manchmal auch Stifterinnen) gewidmet worden waren.

Stiftungsstipendien an der TU Wien

Auch am Wiener polytechnischen Institut wurden schon früh eigene Stipendienstiftungen errichtet – die erste schon 1824 durch den Wiener Silberarbeiter Franz Dermer. Vor dem ersten Weltkrieg bestanden über 100 verschiedene Stiftungen an der TH in Wien. Der Anteil der Unterstützten lag um 1900 meist deutlich über 10% der Studierenden. Manche dieser Stiftungen bestehen bis heute.

Ausstellung des Universitätsarchivs

Das Universitätsarchiv bereitet für Dezember 2011 eine Ausstellung vor, in der das Stiftungswesen an der TU Wien von den Anfängen bis zu seiner völligen Umgestaltung 1938/1945 vorgestellt werden soll: Wer waren die Stifter? Was waren ihre Ziele? Wer konnte Stipendien erlangen, und was waren die Voraussetzungen? Wie hoch waren damals die Stipendien? Diese und andere Aspekte sollen anhand von Originaldokumenten beleuchtet werden.

archiv@zv.tuwien.ac.at

Dr. Juliane Mikoletzky ist Leiterin des Universitätsarchivs der TU Wien.
Topic revision: r1 - 10 Dec 2011 - 20:44:51 - Main.MartinBorer
 

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