Kultur

WohnTraum

Maximundus des Baukastens- ein déjà vu, bei dem man prompt beginnt , in kindlicher Euphorie Bauklötze vor seinem inneren Auge aufeinander zu stapeln.

Doch was verbirgt sich in dem „Obscurum novum“, welches vor dem Haupteingang der TU Wien das Interesse vieler Passanten auf sich zieht?

Ob es sich dabei um einen Wohntraum im Latexkleid, oder einen Albtraum in der Sardinenbüchse handelt, lässt sich auf den ersten Blick schwer feststellen. Fest steht, dass es sich bei dem blauen Cubus um einen Prototyp für Raumkonzepte mit defizitärem Platzbedarf handelt.

Die in Eigenleistung erbrachte Wohneinheit ist Produkt der Diplomarbeit der jungen Architekten von WG3 und Teil der Wanderausstellung „Wooden Boxes“, des Department für Architekturtheorie. Auf drei Ebenen gegliedert schafft es „der kleine Blaue“ im großen Stil sämtliche Anforderungen an eine Behausung zu erfüllen. Von der Dusche mit optionalem Sichtschutz und Toilette über einen chill-out Bereich mit balkonartigem Ausgang bis hin zur Schlafkoje ist der Raum perfekt arrangiert. Das reduzierte Effektivvolumen wird durch die Fensterfronten an den Stirnseiten und der offenen Struktur des Innenraumes optisch ausgedehnt.

Lokal liberal und quadratisch praktisch entdeckt das Raumwunder eine Marktnische in der Tourismusbrange –Prepaid-Appartements. Die Idee basiert auf einem meeting needs-Prinzip. Es ist demnach einer Urlaubsregion möglich, eine Freifläche temporal infrastrukturell zu erschließen( der hypercubus ist optional autark). Durch die Wahl des Baumaterial Holz, gepaart mit der Wiedereinsetzbarkeit an unterschiedlichen Orten, verfolgt das Projekt auch einen nachhaltigen Gedanken. Wichtig ist den Architekten das Corporate Design, welches nach eigener Aussage identitätsbildend für jeden (neuen) Standort ist.

Wen jetzt die architektonische Wanderlust packt, kann dieses und andere Projekte bei der nächsten Station in Eisenstadt besichtigen.

http://www.a-theory.tuwien.ac.at

Phantomak – Trugbild trifft auf reales Abbild

11x Tomak- Reproduktion eines Künstlerhauptes

Im Zuge eines Pilotprojektes an der TU Wien wird Kunst und Technik auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Der innovative Gedanke, eine Büste als Leinwand zu adaptieren und sich in der digitalen Welt über ein „Datengewirr“ zu definieren, stellt für den Wiener Künstler Tomak die Motivation für seine neue Ausstellungsreihe da.

In einer mehrstündigen Sitzung wird mittels 3D Scanner sein Kopf in eine Vielzahl von Punkten zerlegt, die dann die Erstellung eines digitalen Modells ermöglichen. Auf dieser Basis wird in einem Gussverfahren ein vergrößerter, dem Zielobjekt ähnlichen, Rohling hergestellt. Den Schnittpunkt zwischen Roboter und digitalem Modell findet man mittels Computerprogrammen, die aus dem Datenmaterial Werkbahnen generieren. Der 7-achsige Roboter bearbeitet hernach das holzähnliche Material feldweise, bis ein Abbild der realen Form entsteht.

Die aufwändige Modellbildung ist auch für den Künstler, als zentrale Person, schon Beginn des ideellen Designprozesses, denn in dieser Anfangsphase sammelt Tomak viele Eindrücke, die er in seine spätere Arbeit einfließen lässt. Die technische Universität ihrerseits sieht das Projekt in Zusammenhang mit der Forschungsreihe „Integration digitaler und physischer Designmethoden“ als art-based-research.

Die letzte Büste ist unlängst fertig geworden und auf dem Weg ein Kunstwerk zu werden. Tomak bearbeitet seinen kreativen Kopf auf unterschiedliche Art und Weise. Das Model wird flambiert, zerschnitten und teilweise wieder zusammengesägt.

Die Kunstköpfe werden schlussendlich, in all ihren Facetten, Teil der Tomak Ausstellung in der Albertina sein.

Claudias Reproduktionshaupt möchte gerne in einem Hypercubus leben …
Topic revision: r1 - 10 Dec 2011 - 20:53:38 - MartinBorer
 

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