Atmosphäre-Weihnachtsaffaire …
Christkindlmärkte im Portrait.

Besinnung ist die Reflexion des Vergangenen in der Mußestunde der Gegenwart, die den Glauben an das eigene Spiegelbild der Zukunft nährt.

Innehalten, zur Ruhe kommen, das Wesen der Vergänglichkeit zu verstehen und den Wert scheinbarer Nichtigkeiten zu erkennen erfüllt den Abschluss des vergangenen Jahres. Leider stellt sich in der Melancholie der scheinbar kürzer werdenden Tage ein Gefühl von Hektik und Rastlosigkeit ein. Menschenmassen schlängeln sich in dicke Mäntel gehüllt durch das bunte Lichtermeer der Einkaufsstraßen und versinken im Fluss des Konsums.

Doch ist es eine schöne Zeit des Jahres, wenn beim Duft von frisch gebratenen Maronie das erste Weihnachtslied erschallt. Vielerorts öffnen kleine winterliche Dörfer ihre Pforten und tauchen die Besucher in die Schokoladenseite der Adventzeit. Weihnachtsmärkte sind nicht mehr nur auf Tradition oder Kitsch ausgelegt sondern definieren in unterschiedlichen Schwerpunkten die Vielseitigkeit eines Christkindlmarktes.

Der Klassiker

Die verwinkelten Gassen des Spittelberges werden alljährlich dieser Zeit mit Leben erfüllt. Von hölzernen Marktständen gesäumt kategorisieren jene den Klassiker unter den Weihnachtsmärkten. Zahlreiche Menschen bevölkern den begrenzten Raum, emsig darauf bedacht aus der Fülle des Angebotes das außergewöhnlichste Geschenk zu schöpfen. Der Facettenreichtum erstreckt sich von kulinarischen Köstlichkeiten zu handgefertigten Waren aller Art. So findet man hier unter Anderem schöne Schmuckstücke und handgeschnitzte Spielwaren.

Parallel ist der Christkindmarkt am Spittelberg aber auch ein sozialer Treffpunkt. Das sprichwörtliche „Feierabendbier“ wird in der Vorweihnachtszeit vom Punsch abgelöst. Dieser Art lässt sich ein anstrengender Arbeitstag bei Einbruch der Dunkelheit und weihnachtlicher Melodie ausklingen. Zudem ist das Angenehme an einer Tasse Punsch die Menschanhäufung in Gelassenheit zu ertragen und der Kälte von innen zu trotzen. Eine heiße Ofenkartoffel oder ein süßer Crêpe schließen den Kreis und sorgen für eine rundum stimmige Atmosphäre.

The Art-Mart

Gemeinhin denkt man bei einem Weihnachtsmarkt an ein Lichtermeer in der Dunkelheit, hölzerne Stände und den Duft von Zimt in der Luft. Viele Designer haben gegenwärtig die Weihnachtszeit als Marktplatz für ihre Kunstwerke entdeckt und so kommt es, dass neben den alten Strukturen auch moderne Weihnachtsmärkte entstehen.

Die unter dem Namen Weihnachtsquartier geführte Veranstaltung im Museumsquartier reiht sich als Erste in der Zeitschiene der kreativen Adaption des Christkindlmarktes ein. In der leidlich nüchternen Hallenatmosphäre beginnt das Künstlerherz am letzten November-Wochenende zu schlagen. Varietätsreich präsentieren Designer ihre Waren in Serie der drei vorhandenen Ausstellungsräume. Die Besucherzahl ist angenehm überschaubar und so steht der Begutachtung der liebevoll und einfallsreich gestalteten Schmuckstücke nichts im Wege. Summa summarum eine heiße Adresse um den Weihnachtsgeschenken Individualität und Extravaganz zu verleihen. Die kühle Umgebung ist allerdings bedauernswert und lässt sich durch eine Tasse Punsch im Hof des MQ kaum erwärmen. Dieser Orts erblüht lediglich der Rausch bei geschmacklich wertvollem Punsch in der Gewächshausatmosphäre.

Claudia genießt auch dieses Jahr die Christkindlmärkte.
Topic revision: r1 - 11 Dec 2011 - 22:52:23 - Main.MartinBorer
 

Herausgeberin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Technische Universität Wien
(Vorsitzende: Viktoria REITER)
Wiedner Hauptstraße 8-10
1040 Wien
T: +43-1-58801-49501
F: +43-1-58691-54
sekretariat@htu.at