Studieren

Willkommen an der TU

Du beginnst also dein Studium auf der Technischen Universität Wien. Sobald du dich erfolgreich immatrikuliert und deinen Studienbeitrag eingezahlt hast, bekommst du per Post ein Semesteretikett, ein Studienblatt und mehrere Inskriptionsbestätigungen (Details zur Immatrikulation und Inskription siehe Kapitel Inskribieren). Nun kannst du deinen neuen Status als Studentin oder Student offiziell nachweisen. Willkommen an der TU!

Als nächstes kannst du in beliebiger Reihenfolge Folgendes erledigen:
  • dich bei der Inskriptionsberatung und deiner Fachschaft noch genauer über dein Studium informieren
  • dem Finanzamt das Studium zwecks Familienbeihilfe melden (siehe Kapitel Beihilfen und Versicherungen)
  • Studienbeihilfe bzw. Studienzuschuss beantragen (Antragsfrist im Wintersemester: 20. September – 15. Dezember)
  • ein Wiener Linien Semesterticket kaufen; das kostet
    • bei Anspruch auf Familienbeihilfe und Hauptwohnsitz in Wien: 50,5 EUR (original Meldezettel nicht vergessen!)
    • bei Anspruch auf Familienbeihilfe und Hauptwohnsitz außerhalb Wiens: 100 EUR
    • sonst, ohne Anspruch auf Familienbeihilfe: 128,50 EUR.
    • Das Semesterticket ist Oktober bis Jänner und März bis Juni gültig, ansonsten gibt es eine Ferienmonatskarte um 29,50 EUR. Eine ganz normale Monatskarte würde 49,5 EUR kosten, die Jahreskarte je nach Zahlungsart 449 EUR oder 458 EUR.
    • Niederösterreich und Burgenland fördern seit kurzem auch, siehe http://htu.at/studienfuehrerin/Semesterticket
  • einen Studierendenaccount beim ZID (Zentraler Informatikdienst) einrichten
  • Studierendenermäßigungen nutzen, bei Banken, Museen, Internetzugang, Kinos, Schwimmbädern, GIS, Universitätssportinstitut,…

Anfang

Am 1.10.2008 beginnen die Lehrveranstaltungen und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ist deine erste auch dabei. Welche genau das ist erfährst du unter anderem bei der Inskriptionsberatung, in deiner Fachschaft, im TUWIS oder DIY (do it yourself) über den Studienplan.

„Quereinsteigen“: Anfangen im Sommersemester

Dies ist auf der TU nicht allzu empfehlenswert, da die meisten LVAs nur entweder im Winter- oder Sommersemester angeboten werden und somit im Sommersemester meist auf dem Stoff vom Wintersemester aufbauen. Bei Studien mit sehr vielen Studierenden gilt das nicht unbedingt. Aber lass dich davon nicht entmutigen! Erkundige dich bei deiner Fachschaft, wie du trotzdem einigermaßen gelungen quereinsteigen kannst (durch Vorziehen usw.).

Einführungstutorium

Gleich in der ersten Woche, zum Studienbeginn, bieten Dir die Fachschaften ein Einführungstutorium an, um die TU und das Studium kennenzulernen. Neben offiziellen und inoffiziellen Informationen, praktischen Tipps zum Studium und der ein oder anderen Anekdote ist das eine wunderbare Gelegenheit, Gleich- und Höhersemestrige kennenzulernen. Wann und wo das Tutorium stattfindet erfährst du in den Beschreibungen der einzelnen Fachschaften. Mehr allgemeine Informationen zum Erstsemestrigentutorium findest du im Kapitel ..., auf Seite... .

Der Studienplan

Du wirst schon vieles über den ungefähren Aufbau und Inhalt deines Studiums gehört haben. Um dir ein objektives Bild zu schaffen, solltest du dir deinen Studienplan anschauen, er ist nämlich die gesetzliche Grundlage deines Studiums, dort ist der Aufbau ganz genau festgeschrieben. Er wird von der Studienkommission erstellt, der auch Studierendenvertreterinnen und -vertreter aus den Fachschaften angehören. Auf den Fachschaftsseiten findest du auch Links zu den Studienplänen.

Reihenfolge der Lehrveranstaltungen

Beim Durchlesen des Studienplans wird dir auffallen, dass eine LVA nur selten den Abschluss anderer LVAs voraussetzt.

Das heißt, die Reihenfolge, in der du die LVAs absolvierst bleibt größtenteils dir überlassen. Eine große Ausnahme stellen die Informatikstudien dar, die das gesamte erste Jahr in späteren LVAs voraussetzen, das Ganze läuft unter dem Namen STEP.

Die Empfehlungen der Fachschaften und des Studienplans ergeben eine vernünftige Reihenfolge bei aufbauendem Stoff. Außerdem erfordern manche Beihilfen den Abschluss gewisser Teile des Studiums innerhalb gewisser Zeit.

Bachelor-, Master-, Diplomstudium

Mit dem Studienjahr 2006/07 sind alle Studienrichtungen bis auf das Lehramt auf das Bachelor/Master System umgestiegen. Viele Studienvertretungen und Lehrende haben das nicht gutgeheißen. Mit der Umstellung hat zum Teil die Qualität der Lehre ein paar Schritte rückwärts gemacht und unter anderem ergaben sich viele Nachteile bei den Beihilfen (z.B. bei den Toleranzsemestern); auf Druck des Rektorats und des Ministeriums ist die Umstellung trotzdem erfolgt. Aber genug gejammert wink mit deiner Hilfe wollen wir das Beste daraus machen.

Regel- und Durchschnittsstudiendauer

Eine Neuerung bei der Einführung des Bachelor/Master Systems vor zwei Jahren war, dass die früher sogenannte Mindeststudiendauer nun Regelstudiendauer heißt. Dass die Studienzeiten dadurch nicht auf magische Weise kürzer geworden sind ist klar. Während es für einige Studienkommissionen ein Anlass war ihre Studienpläne zu entrümpeln, ergibt sich bei anderen gar eine längere Studienzeit. Die tatsächliche Durchschnittsstudiendauer liegt jedenfalls durchgehend über der "Regelstudiendauer".

Individuelles Studium

„Fächer aus verschiedenen Diplom-, Bachelor- oder Masterstudien dürfen zu einem individuellen Diplom-, Bachelor- oder Masterstudium verbunden werden. Der Antrag auf Zulassung zu einem individuellen Studium ist an jener Universität einzubringen, an welcher der Schwerpunkt des geplanten Studiums liegen soll.“, heißt es in §55 des Universitätsgesetzes 2002.

Bevor du dich zu so einem Schritt entschließt, erkundige dich am besten bei den zugehörigen Fachschaften und studienrechtlichen Organen (das ist die oder der StudiendekanIn der jeweiligen Fakultät).

Die Zusammenstellung eines individuellen Studienplans erlaubt zwar viel Freiheit, aber sobald der Plan steht und genehmigt wurde, ist nicht mehr viel daran zu rütteln, während bei normalen Studienplänen mit Wahl- und Freifächern Wahlmöglichkeiten bis spät im Studium gegeben sind.

Lehrveranstaltungstypen

Im Grunde besteht ein Studium aus einer Aneinanderreihung von LVAs, die es zu absolvieren gilt. Hier nun ein kleiner Überblick über die verschiedenen Arten von Lehrveranstaltungen, die es unter anderem gibt. Auch diese werden in den jeweiligen Studienplänen genau festgelegt.

Vorlesung (VO)

Der Stoff wird ein Semester lang vorgetragen. Vorträge gibt es "in allen Formen und Farben": Es gibt solche die riesengroße Hörsäle füllen oder ganz spezielle mit nur einer Handvoll Hörerinnen und Hörer; es gibt klassische Frontalvorträge an der Tafel oder solche die auf die studierenden HörerInnen eingehen. Die Vortragenden haben dabei sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Für Vorlesungen gilt keine Anwesenheitspflicht.

Skripten und Lernunterlagen

Die Qualität von Skripten und anderen Unterlagen variiert sehr stark von Lehrveranstaltung zu Lehrveranstaltung. Im Allgemeinen sind die Grundvorlesungen gut abgedeckt. Die Bezugsquellen sind auch ganz unterschiedlich. Manche Vortragende bieten ihre Skripten direkt in den ersten Vorlesungen, in ihren Sprechstunden, auf ihrer Homepage oder über Institutssekretariate an. Lernunterlagen gibt es oft auch in den Fachschaften, diversen Foren oder im Grafischen Zentrum. Die Bibliotheken und das Lehrmittelzentrum bieten eine große Auswahl an Lehr- und Fachbüchern an. Vortragende geben gerne mehr als genug Literaturhinweise, die man auch wirklich nützen sollte.

Prüfung

Die Leistungsbeurteilung einer VO erfolgt anhand einer schriftlichen und/oder mündlichen Prüfung. Schriftlich gibt es meist angewandte Beispiele, mündlich wird es eher theoretisch. Ist eine mündliche Prüfung nicht bestanden, dann hängt es von der Kulanz der Prüferin oder des Prüfers ab, ob die zugehörige schriftliche Prüfung nicht wiederholt werden muss. An sich sind mündliche Prüfungen öffentlich, jedoch nur nach Maßgabe der Räumlichkeiten.

Für die meisten Prüfungen ist eine Anmeldung erforderlich (genaue Formalitäten werden in der zugehörigen Vorlesung oder anderweitig von den Vortragenden bekanntgegeben). Für jede Vorlesung müssen mindestens drei Prüfungstermine pro Semester angeboten werden (oft sind es mehr). Sollte es hier Probleme geben, wende dich an deine Fachschaft oder an eine andere Ansprechperson in der HTU. Die Auswahl eines Prüfungstermins ist dir überlassen. Grundsätzlich ist es aber empfehlenswert, die Prüfung im Anschluss an die Vorlesung zu absolvieren, also einen der ersten Termine nach Ende der Vorlesung zu wählen.

Repetitorium (RE)

Wird zu manchen Lehrveranstaltungen, speziell in den Einstiegssemestern angeboten. Der Schwerpunkt liegt darin, den Stoff zu wiederholen und Fragen und Unklarheiten von Studierenden zu beseitigen.

Übung (UE) und Laborübung (LU)

Das Konzept der Übung besteht darin, den in der VO (oder anderswo) gelernten Stoff mehr oder weniger praktisch anzuwenden. Meist besteht Anwesenheitspflicht und oft ist viel Vorbereitungsarbeit zu leisten. Auf Übungen sollte man sich in jedem Fall gut vorbereiten. Der praktische Aspekt kann sich dann als Vorrechnen an der Tafel, Durchführen von Experimenten mit genauer Protokollierung oder Abgeben von ausgearbeiteten Aufgaben manifestieren. Gerne wird der allgemeine Wissensstand durch Tests überprüft. Der Name für diese Tests ist nicht festgelegt und kann „Übungstest“, „Klausur“, „Kolloquium“, „schriftliche Teilprüfung“ oder überhaupt ganz anders lauten.

Vorlesungsübung (VU)

Dieser LVA-Typ wurde geschaffen, um VO und UE in weniger Semesterstunden zu verpacken, als es seperat möglich wäre. Die Modalitäten variieren unter anderem sehr stark von Institut zu Institut. Jedenfalls sollte man Vorlesungsübungen ernst nehmen, da man sie im allgemeinen nur entweder im Wintersemester oder Sommersemester angeboten werden. Wenn man sich also nicht besteht, muss man für einen neuen Versuch ein Jahr warten. Nebenbei sei noch angemerkt, dass eine Vorlesungsübung auch in den Vorlesungstypen Anwesenheitspflicht hat. Manche Vortragende verzichten auf die Kontrolle dieser Obliegenheit. Es ist jedoch ratsam, sich diesbezüglich zu erkundigen bzw. in der Vorbesprechung genau aufzupassen.

Seminar (SE) und Praktikum (PR)

Beide erfordern schon ein gewisses Maß an Eigenständigkeit und Vertiefung in ein Thema und kommen eher später im Studium vor. Während bei einem Seminar der Schwerpunkt eher bei der Präsentation und beim fachlichen Diskurs liegt, geht es beim Praktikum eher um das selbstständige Arbeiten. Manche Studienpläne erlauben das Anrechnen eines Firmenpraktikums.

Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit, Doktorarbeit

Während in manchen Studienplänen die Bachelorarbeit im Rahmen eines oder mehrerer Praktika verfasst wird, ist eine Master- oder Diplomarbeit eine echte wissenschaftliche Arbeit (mit allem was an eigenständiger Recherche und eigenem wissenschaftlichen Können dazugehört). Im Rahmen der Studienplanumstellungen werden Master- und Diplomarbeit oft synonym verwendet. Eine Doktorarbeit (Dissertation) ist dann das Ergebnis wirklich fast eigenständiger Forschungen und muss ein dementsprechend hohes Niveau wissenschaftlicher Qualitätskriterien erfüllen. Wie ihr das macht, lernt ihr im Studium.

Semesterwochenstunden und ECTS

Früher waren Semesterwochenstunden (kurz SWS oder auch einfach Wochenstunden) eine Maßeinheit für den Aufwand einer LVA. Mit der Einführung der neuen Studienpläne vor zwei Jahren sollen nun die SWS den Aufwand für die Vortragenden und ECTS-Punkte den Aufwand für die Studierenden messen - europaweit vergleichbar (ECTS = European Credit Transfer and Accumulation System). So weit die Theorie. Da aber beim Erstellen der neuen Studienpläne pro Studienjahr eine fixe Menge an ECTS-Punkten zu vergeben war (60 ECTS-Punkte pro Jahr) und sich die Unart eingebürgert hat, ECTS-Punkte einfach durch einen Umrechnungsfaktor aus den SWS zu ermitteln, erscheint die ECTS-Punkteanzahl für viele Vorlesungen recht willkürlich und inkonsistent zugeteilt. Daher kann man leider aus den ECTS-Punkten den tatsächlichen Arbeitsaufwand für Studierende nicht herauslesen.

Zeugnisse

Für jede belegte LVA stellt die TU ein Zeugnis aus, genauer gesagt für jeden Antritt zu einer Prüfung. Die Zeugnisse sind entweder direkt in der Studien- und Prüfungsabteilung? abzuholen oder werden per Post zugesandt. Das positive Zeugnis ist ein Nachweis einer erfolgreich abgeschlossenen LVA. Einzelzeugnisse werden zum Einreichen von Studienabschnitten und Abschlüssen und zum Anrechnen auf/von anderen Universitäten gebraucht, Sammelzeugnisse für das Finanzamt und die Studienbeihilfebehörde.

Solltest du unmittelbar nach einer LVA einen Nachweis über deren erfolgreichen Abschluss benötigen, so kannst du am jeweiligen Institut eine Interimsbestätigung beantragen, die jedoch nur hochschulinterne Gültigkeit besitzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei Bedarf (Stipendium, Studierendenheim, …) in der Studien- und Prüfungsabteilung einen Nachweis über den Studienerfolg zu erhalten, der sämtliche seit Beginn des Studiums erfolgreich absolvierten LVAs enthält. Dieses sogenannte Sammelzeugnis kommt auch einmal pro Semester per Post.

Sämtliche Zeugnisse können über TUWIS++ bestellt werden. Einmal ausgestellte Zeugnisse sollten gut aufbewahrt werden, denn für Duplikate muss man zahlen.

Antritte

  • Ein Antritt zu einer Lehrveranstaltung zählt als solcher, sobald ein Zeugnis ausgestellt wurde. Du hast bei allen Lehrveranstaltungen vier Wiederholungsmöglichkeiten, also fünf Antritte.
  • Die zweite Wiederholung kann auf Antrag kommissionell (d.h. es sind bei der Prüfung zusätzliche PrüferInnen anwesend, welche das Prüfungsergebnis verifizieren sollen) abgehalten werden, die dritte und vierte Wiederholung muss kommissionell gemacht werden. Ausgenommen davon sind Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter, wie z.B. Übungen.
  • Erschwindelte Leistungen dürfen nicht mit 5 beurteilt werden, der Prüfungsantritt wird aber gewertet (d.h. du hast eine Antrittsmöglichkeit weniger).
  • Das Nichterscheinen zu einer Prüfung (ohne Abmeldung) kann nicht negativ beurteilt werden. Aus Respekt vor dem Arbeits- und Zeitaufwand der Prüferin oder des Prüfers solltest du dich jedoch immer abmelden, sobald du weißt, dass du einen Termin nicht wahrnehmen kannst.
  • Der vorzeitige Abbruch einer Prüfung jedoch schon – das gilt natürlich auch für Übungen.
  • Reprobationsfristen (d.h. Fristen, bis man wieder zur Prüfung antreten darf) sind nicht zulässig.

Freie und gebundene Wahlfächer, Softskills

Natürlich kann man jederzeit zusätzlich Lehrveranstaltungen (auch aus völlig anderen Studien) an der TU Wien oder einer anderen, anerkannten Uni besuchen und den eigenen Horizont erweitern. Im Verlauf des Studiums ist das in späteren Semestern auch quasi vorgeschrieben: Neben Pflichtfächern sind dann auch Wahlfächer zu absolvieren. Die gibt es zusätzlich zu den sogenannten Softskills in zwei Variationen:

Gebundene Wahlfächer

Dies sind Fächer, die aus einer im Studienplan vorgegebenen Liste zu wählen sind. Je nach Studienplan ist dann ein gewisses ECTS/Stundenpensum blockweise zu wählen.

Freie Wahlfächer

Diese kann man ohne inhaltliche Beschränkung aus dem Angebot an wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen aller anerkannten in- und ausländischen Universitäten wählen. Der Knackpunkt ist das „wissenschaftlich“, z.B. werden nur wenige Sprachkurse anerkannt.

In den neuen Bachelor- und Master-Studienplänen muss jedoch die Hälfte der ECTS-Punkte der „Freien Wahlfächer“ aus dem Katalog der Softskills gewählt werden. Da sich in den Studienplänen auch manche Pflichtvorlesungen als Softskills deklarieren lassen, bleiben dann unter Umständen mehr ECTS-Punkte für freie Wahlfächer.

Softskills

Softskillfächer sind dazu gedacht, ergänzend zu all den technischen Fächern auch andere Fertigkeiten wie Präsentationstechniken zu vermitteln und Einblicke in Themen wie Gender Studies zu verschaffen.

http://htu.at/softskills

Anrechnungen

Wenn du in einer anderen Studienrichtung eine Leistung erbracht hast, die mindestens gleichwertig zu einer LVA aus deinem Studium ist, dann hast du ein Recht darauf sie anerkannt zu bekommen. Dann muss du die entsprechende Lehrveranstaltung aus deinem Studienplan nicht mehr absolvieren.

Zuständig an der TU ist dafür deine Studiendekanin oder dein Studiendekan. Da Gleichwertigkeit Auslegungssache ist, gestaltet sich jede Anrechnung als Einzelfall. Automatische Anerkennungen gibt es nur, wenn die Studienkommission eine Äquivalenzliste ausgearbeitet hat, beispielsweise bei einer Studienplanumstellung, diese ist dann auch Teil des Studienplans. Deshalb ist es hilfreich, sich schon vor(!) dem Belegen einer anzurechnenden LVA zu informieren bzw. mit dem oder der StudiendekanIn zu sprechen, falls dies absehbar ist, etwa bei einem Auslandssemester. Zumindest als freies Wahlfach sollten sich alle regulären LVAs anrechnen lassen.

Studiendekanin oder Studiendekan

Die Studiendekanin oder der Studiendekan ist unter Anderem für die Anerkennung von Prüfungen zuständig. Außerdem stellt sie oder er das Zeugnis über den Studienabschluss aus, folglich muss es auch dort beantragt werden. Individuelle Studien werden von der Studiendekanin oder dem Studiendekan genehmigt. Nichtigerklärung von Prüfungen fällt ebenfalls in ihr oder sein Aufgabengebiet. Außerdem hat sie bzw. er noch jede Menge anderer Aufgaben administrativer Natur.

Studienabschnitte und Beihilfen

Für die Beihilfen sind Studienabschnitte besonders wichtig. Generell gilt, dass man die Regelstudiendauer plus ein Toleranzemester pro Abschnitt nicht überschreiten sollte, um die Beihilfen zu behalten. Da weder das Bachelor- noch das Masterstudium in Abschnitte gegliedert ist, sind das sieben Semester für die Bachelors (6 Semester Regelstudiendauer + 1 Toleranzsemester) und fünf Semester für die Master (4 Semester Regelstudiendauer + 1 Toleranzsemester). Jedoch sollte der Abstand zwischen Bachelor- und Masterstudium nicht zu groß sein, sonst verfällt der Anspruch für immer. Genauere Auskünfte bekommst du beim Sozialreferat der HTU.

Orte zum Lernen

Die gibt es nicht im Überfluss, aber ein Plätzchen im HTU-Großraum, in den meisten Fachschaftsräumlichkeiten, in den Bibliotheken und an vielen quer über die TU verstreuten Tischen findet sich immer. Vielleicht erfährst du ja beim Einführungstutorium ein paar Geheimtipps dazu. Des weiteren gibt es seit zirka einem Jahr einen neuen Lernraum im Freihaus, roter Bereich, 1. Stock.

Studieren im Ausland

Sehr beliebt ist das Studieren von ein oder mehr Semestern im Ausland. Dafür gibt es zahlreiche Förderungen und Partnerprogramme. Mehr Informationen dazu gibt es beim Außeninstitut (siehe Kapitel Einrichtungen für Internationales).

E-Learning

Schon seit einiger Zeit geistert die Schlagzeile "E-Learning ist tot" durch die Medienlandschaft. Doch wie so oft leben gerade die Totgesagten am längsten. Und im Rahmen Deines TU-Studiums wird mittlerweile schon ein Großteil der Lehrveranstaltungen (LVAs) in der einen oder anderen Form durch Inhalte im Internet ergänzt sein.

Die schwankt zwischen der simpelsten Form, bei der Unterlagen als Download von dem/der Vortragenden zur Verfügung gestellt werden, bis zur völligen Ausschöpfung aller Möglichkeiten durch multimedial Inhalte und interaktiver und kollaborativer Elemente wie Blogs und Wikis. Eines sollte E-Learning an der TU Wien allerdings nicht sein, nämlich ein vollständiger Ersatz der Anwesenheit in Lehrveranstaltungen.

Die TU Wien ist eine Präsenzuniversität, und von einer solchen bzw. ihrer Lehrenden sollte nicht erwartet werden, alle Inhalte in einer Form aufzubereiten, die den Studierenden zu einem reinem Konsumenten von Bildung macht -- dazu gibt es schließlich spezielle Fernlehrgänge.

Auf der anderen Seite ist sie eine technische Universität, und es kann daher vom Vortragenden erwatet werde, dass er z.B. auf Forumeinträge (im TUWIS System ist zu jeder LVA ein Forum standardmäßig verfügbar), die Fragen an ihn darstellen, reagiert.

Wie stark die E-Learning Unterstützung in der jeweiligen LVA ist, ist daher hauptsächlich eine Frage des Inhalts und des Vortragenden. Eine Vorlesung über Grundlegende Mathematik ist nicht so gut für E-Learning geeignet wie eine über multimediales Arbeiten.

Aus demselben Grund gibt es auch kein komplett einheitliches E-Learning System. Die TU Wien e-Learning Plattform (TUWEL) bietet beinahe jegliche Funktionalität, und wird mittlerweile auch von den meisten Vortragenden verwendet, aber vor allem auf der Fakultät für Informatik gibt es zahlreiche Nischenlösungen, die meist schon vor Einführung des TUWEL existierten, und weite betrieben werden da sie ihren spezielle Zweck besser erfüllen als es das TUWEL je könnte.

Und gerade diese Inhomogenität macht den Reiz des Studiums auf einer Universität aus. Denn ein Student sollte mit dem Hunger nach Bildung auf die Universität kommen, und nicht in der Erwartung mit vorgekauten Inhalten gestopft zu werden.
Topic revision: r12 - 29 Mar 2011 - 21:00:06 - UnknownUser
 

Herausgeberin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Technische Universität Wien
(Vorsitzende: Viktoria REITER)
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