Beihilfen, Förderungen und Stipendien

Hier ein kleiner Überblick über die Familienbeihilfe, Studienbeihilfe und sonstige Förderungen. Er ist nicht vollständig, deshalb informiere dich am besten zusätzlich beim HTU-Sozialreferat.

Gleich vorweg, die gesetzlichen Regelungen für den Bezug der Familienbeihilfe, der Studienbeihilfe und für den Anspruch auf die Mitversicherung unterscheiden sich grundlegend, gleichlautende Begriffe haben oft andere Bedeutungen und Rechtsfolgen.

Familienbeihilfe

Zuständig für die Bearbeitung ist das Wohnsitzfinanzamt deiner Eltern. Für die Leistungsnachweise ist das Prüfungsdatum und nicht das Ausstellungsdatum ausschlaggebend.

Anspruch

Anspruch auf Familienbeihilfe haben die Eltern aller Studierenden, die ihr 26. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Der Anspruch verlängert sich:
  • Für Studenten, die den Präsenz- oder Zivildienst bis zum 26. Lebensjahr zur Gänze abgeleistet haben bis Vollendung des 27. Lebensjahres (allerdings nur innerhalb der Mindeststudiendauer des betreffenden Abschnittes).
  • Für Studentinnen, die vor Vollendung des 26. Lebensjahres ein Kind geboren haben oder am 26. Geburtstag schwanger sind bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres (auch hier nur innerhalb der Mindeststudiendauer des betreffenden Abschnittes).

Anspruchsdauer

Für die Anspruchsdauer auf Familienbeihilfe gelten folgende Regelungen:
  • Im ersten Studienjahr besteht Anspruch durch die Aufnahme als ordentliche/r HörerIn.
  • Anspruch ab dem zweiten Studienjahr besteht nur dann, wenn in den ersten beiden Semestern 8 Semesterwochenstunden aus den Pflicht- und Wahlfächern des maßgeblichen Studiums nachgewiesen werden.
  • Die Anspruchdauer auf Familienbeihilfe beträgt für jeden Studienabschnitt (Bachelor) längstens die Mindeststudiendauer des jeweiligen Abschnitts zuzüglich einem (bei Bachelor zwei) Semester.
  • Anspruch auf Familienbeihilfe haben auch die Eltern aller Studierenden, die ihr 26. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für einen Zeitraum von 3 Monaten nach Abschluss ihres Studiums.
  • In der Zeit zwischen der Beendigung des Präsenzdienstes bzw Zivildienstes und dem Studienbeginn besteht ebenfalls Anspruch auf Familienbeihilfe, sofern das Studium sobald wie möglich begonnen wird.

Anspruchsverlängerung

Eine Verlängerung der Anspruchsdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich:
  • ein nachgewiesenes Auslandsstudium
  • ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis, eine Behinderung von drei Monaten bewirkt eine Verlängerung um ein Semester (zB Krankheit, schwierige Studienbedingungen)
  • Für Studierende mit Behinderung gelten spezielle Bestimmungen

Anspruchsverlust durch Studienwechsel

Durch Studienwechsel kann der Anspruch auf Familienbeihilfe verloren gehen, deshalb vor einem geplanten Studienwechsel bitte unbedingt im Sozialreferat beraten lassen.

  • Ein Studienwechsel nach dem dritten Semester führt zum Verlust der Familienbeihilfe.
  • Wird das Studium öfter als zweimal gewechselt, so führt dies zum generellen Verlust der Familienbeihilfe.
  • Ein Wechsel der Universität – auch dann wenn die Studienrichtung die Selbe bleibt – gilt als Studienwechsel

Ausnahmen für die ersten beiden Fälle:

  • Wenn die gesamten Vorstudienzeiten (alle inskribierten Semester) in die neue Studienrichtung eingerechnet werden.
  • Wenn der Studienwechsel zwingend herbeigeführt wird; zB Einstellung einer Studienrichtung

Für den ersten Fall:

  • Wenn du in dem nunmehr gewählten Studium so viele Semester wie in den vor dem Studienwechsel betriebenen Studien zurückgelegt hast.

Studienbeihilfe

Studienbeihilfe sollen prinzipiell alle Studierenden beantragen auch wenn es im ersten Moment umständlich und schwierig erscheint.

Anspruch

Anspruchsberechtigt sind österreichische Staatsbürger, Konventionsflüchtlinge und auch ausländische Studierende (wenn ein Elternteil mindestens fünf Jahre in Österreich einkommensteuerpflichtig war) und studierende Bürger aus EWR-Ländern nur unter gewissen Voraussetzungen. Studierende, die als ordentliche HörerInnen an einer österreichischen Universität (Hochschule etc) inskribiert sind, haben Anspruch, wenn die übrigen Anspruchsvoraussetzungen vorliegen.

Anspruchsvoraussetzungen:

  • günstiger Studienerfolg (bei der Erstinskription durch Inskriptionsbestätigung gegeben)
  • soziale Bedürftigkeit
  • noch kein Studium (oder gleichwertige Ausbildung) absolviert
  • zu Studienbeginn des jeweiligen Diplom- bzw Bachelorstudiums nicht älter als 30 Jahre (Ausnahmen für Selbsterhalter, behinderte Studierende, Studierende mit Kind(ern))

„Günstiger Studienerfolg“

In den ersten beiden Semestern deines Studiums gilt die Inskriptionsbestätigung und das Studienbuchblatt als günstiger Studienerfolg. Nach den ersten beiden Semestern wird jedoch überprüft, ob ein günstiger Studienerfolg vorliegt. Wird der günstige Studienerfolg nachgewiesen, besteht weiterhin Anspruch auf Studienbeihilfe.

Jedenfalls ist der Mindeststudienerfolg (die Hälfte des günstigen Studienerfolges) bis zum Ende der Antragsfrist des 3. Semesters bei der Studienbeihilfenbehörde vorzulegen, da sonst die erhaltene Studienbeihilfe zurückzuzahlen ist.

Das Ausmaß des zu erbringenden „Günstigen Studienerfolges“ sind 30 ECTS-Punkte oder 14 Semesterstunden nach dem zweiten Semester (Ausnahme: Master-, Doktoratsstudium). Bei Wechsel des Studiums nach dem ersten Semester kann der Sudienerfolg auch je zur Hälfte aus den beiden Studienrichtungen nachgewiesen werden. Beim Bachelor gibt es eine weitere Überprüfung des „Günstigen Studienerfolges“ nach 6 Semestern und beträgt 90 ECTS-Punkte oder 42 Semesterstunden. Für das Masterstudium werden 20 ECTS-Punkte oder 10 Semesterstunden nach dem zweiten Semester verlangt, beim Doktoratsstudium 12 ECTS-Punkte oder 6 Semesterstunden.

Die positiven Zeugnisse sind spätestens mit Ende der Antragsfrist des dritten Semesters vorzulegen und müssen Lehrveranstaltungen aus dem gewählten Studium sein.

Für den Bezug im Masterstudium (in den nachfolgenden Abschnitten) gilt als Leistungsnachweis die Absolvierung des Bachelors (der vorangegangen Diplomprüfung bei Diplomstudien). Das Masterstudium muss innerhalb von 24 Monaten nach Beendigung des Bachelors aufgenommen werden.

Soziale Bedürftigkeit

Die soziale Bedürftigkeit wird aus dem Einkommen aller für den/die Studierenden unterhaltspflichtgen Personen ermittelt. Das sind normalerweise:

  • die Eltern
  • eventuell der/die Ehegatte/in
  • das Einkommen des/der Studierenden selbst

Eine für alle gültige Einkommenshöchstgrenze kann nicht angegeben werden, da nicht nur die Art des Einkommens (unselbständig bzw selbständig erwerbstätig, bäuerlicher Betrieb), sondern auch die Familiensituation der Antragstellenden eine Rolle für die Ermittlung spielt.

Abänderungsantrag

Falls sich die Berechnungsgrundlagen der Studienbeihilfe ändern sollten (Einkommen der Eltern, Geburt eigener Kinder…) können Anträge auf Erhöhung der Studienbeihilfe jederzeit eingebracht werden. Derartige Änderungen der Lebensumstände sind binnen zwei Wochen der Stipendienstelle zu melden.

Verlust der Studienbeihilfe

  • Ein Studienwechsel nach dem dritten Semester führt zum generellen Verlust der Studienbeihilfe.
  • Wird das Studium öfter als zweimal gewechselt, so führt dies zum generellen Verlust der Studienbeihilfe.
  • Wenn die Regelstudiendauer eines Bachelors um mehr als drei Semester überschritten wird, führt es zum generellen Verlust der Studienbeihilfe (auch im Master!)
  • Ein Wechsel der Universität – auch dann wenn die Studienrichtung die Selbe bleibt – gilt als Studienwechsel.

Ausnahmen:

  • wenn der Studienwechsel zwingend herbeigeführt wird – zB Einstellung einer Studienrichtung
  • wenn die gesamten Vorstudienzeiten (alle inskribierten Semester) in die neue Studienrichtung eingerechnet werden

Ausnahme für den ersten Fall:

  • wenn du in dem nunmehr gewählten Studium so viele Semester wie in den vor dem Studienwechsel betriebenen Studien zurückgelegt hast.

Auch bei einem Studienabbruch nach dem 1. Semester ist der Leistungsnachweis im Umfang von mindestens 4 Stunden spätestens in der Antragsfrist des zweiten Semesters vorzulegen, damit das erhaltene Stipendium nicht zurückgezahlt werden muss.

Anspruchsverlängerung

Eine Verlängerung der Anspruchsdauer ist in den folgenden Fällen möglich: Krankheit, Schwangerschaft, Pflege und Erziehung eines Kindes, jedes unvorhersehbare und unabwendbare Ereignis, Zeiten einer ÖH-Tätigkeit, sowie bei außergewöhnlichen Studienbelastungen, unter bestimmten Voraussetzungen.

Sonstige Förderungen und Unterstützungen

Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Unterstützungen, die du unter Umständen beziehen kannst.
  • Selbsterhalterstipendium
  • Fonds für Studienunterstützungen
  • Leistungsstipendien gemäß StudFG
  • Förderungsstipendien gemäß StudFG
  • Beihilfen für Auslandsstudien
  • Studienabschlussstipendium
  • Privatstipendien
  • Sozialhilfefonds der ÖH
  • HTU Härtefonds

Sozialversicherung und Haftpflichtversicherung

Es bestehen folgende Möglichkeiten:
  • Krankenversicherung
    • bei den Eltern mitversichert
    • beim Ehepartner/bei der Ehepartnerin bzw. beim Lebensgefährten/bei der Lebensgefährtin mitversichert
    • freiwillige Selbstversicherung
    • studentische Selbstversicherung
    • allgemeine Selbstversicherung
    • keine Versicherung (dümmste Version!)

  • Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung gem § 19a ASVG (opting in)
  • Pflichtversichert durch Arbeitsverhältnis oder Waisenpension
  • ASVG Unfallversicherung für Studierende
  • Haftpflicht- und Unfallversicherung (ÖH-Versicherung)
  • Waisenrente

Für mehr Informationen schau auf der Homepage des Sozialreferats vorbei: http://htu.at/sozial

Krankenversicherung – Mitversicherung bei den Eltern

Die Krankenversicherung von Angehörigen ist in § 123 ASVG geregelt und bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres möglich. Man kann mitversichert sein, solange man noch Familienbeihilfe bekommt, oder wenn man keine Familienbeihilfe mehr bezieht, aber jährlich 8 Semesterwochenstunden aus den Pflicht- und Wahlfächern des Studiums oder eine Teilprüfung der 1. Diplomprüfung nachweist. In dem Fall muss jedes Jahr (Herbst/bis Ende November) ein neuer Antrag auf Mitversicherung bei der Gebietskrankenkasse gestellt werden.

Bei einigen Versicherungen ist die Mitversicherung aufgrund Erwerbslosigkeit über das 27. Lebensjahr hinaus möglich.

Wird der geforderte Leistungsnachweis nicht erbracht, so besteht die Möglichkeit der Allgemeinen oder Studentischen Selbstversicherung bei den zuständigen Gebietskrankenkassen.
Topic revision: r5 - 29 Mar 2011 - 21:00:07 - UnknownUser
 

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