Warum wählen gehen?

Ja warum eigentlich nicht? „Die Hauptaufgabe von politischen Wahlen ist die Bildung einer kleinen Gruppe von Interessensvertretern aus einer großen Gruppe von Personen mit individuellen Interessen unter der Bedingung des Ausgleichs ihrer Interessen, um weitere Entscheidungen im täglichen Leben effektiv fällen zu können.“

So steht es in der Wikipedia (Stichwort „Wahl“, und was im Internet steht, das wird ja wohl stimmen) und dementsprechend ist das Wahlrecht ein sehr wertvolles, das in der Geschichte von vielen Menschen bis zum Einsatz ihres Lebens erkämpft wurde (und in manchen Regionen heute noch erkämpft werden muss).

Nun würden die letzten Werte der Wahlbeteiligung auf eine gewisse Indifferenz der großen Gruppe gegenüber der Bildung der kleinen Gruppe andeuten. Doch wieso verzichten wirklich so viele Menschen auf die Möglichkeit einer Mitbestimmung?

Zwei Hypothesen: Erstens gibt es Leute, die der Meinung sind, die Studierendenvertretung hätte nichts zu bestimmen. Dabei haben motivierte Studierendenvertreterinnen und Studierendenvertreter viele Möglichkeiten, die sie auch nutzen. Da sie selbst studieren, können sie sich sehr gut mit Studienkolleginnen und Studienkollegen vernetzen. Außerdem sind sie ein Kommunikationsknotenpunkt zwischen verschiedenen Jahrgängen, Studienrichtungen, Lehre, Forschung, Medien, Vertretungen auf anderen Unis, und und und. Außerdem wäre noch das Stimmrecht in diversen Kommissionen zu erwähnen. Gut informiert, gut vorbereitet und gut vernetzt kann man auf Kommissionssitzungen viel erreichen. Und nicht zuletzt ist lobbying nicht nur großen multinationalen Konzernen vorenthalten.

Also auch trotz neuen Universitäts- und Hochschülerschaftsgesetz kann eine Studierendenvertretung viel Gutes erreichen und viel Schlechtes verhindern.

Die zweite Hypothese ist, dass es zwar sehr viele Inskribierte gibt, diese aber oftmals nicht wirklich studieren. Beispielsweise besuchten von offiziell etwa 300 StudienbeginnerInnen im Bauingenieurwesen im Jahr 2005 gerade mal 85 die verpflichtende Mechanik-Übung im 2. Semester, was 28% entspricht. Diese Zahl der aktiven Studierenden ist ja schon nicht mehr so weit entfernt von unserer Wahlbeteiligung. In den höheren Semestern ist zwar die Diskrepanz nicht mehr so groß, andererseits sind da viele Studierende auch nicht regelmäßig an der Uni.

Dennoch relativiert sich damit die Wahlbeteiligung entscheidend und du kannst mit deiner Stimme zu einer weiteren Verbesserung beitragen.

Ulf studiert Bauingenieurwesen und wird natürlich wählen gehen. Andis bevorzugt Mathe und schließt sich an.
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

Herausgeberin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Technische Universität Wien
(Vorsitzender: Lukas BÜRSTMAYR)
Wiedner Hauptstraße 8-10
1040 Wien
T: +43-1-58801-49501
F: +43-1-58691-54
sekretariat@htu.at