Die Töchter Egalias
von Gerd Brantenberg

Ein Roman über den Kampf der Geschlechter.

"Schließlich sind es noch immer die Männer, die die Kinder bekommen", sagte Direktorin Bram und blickte über den Rand der Egalsunder Zeitung zurechtweisend auf ihren Sohn. Es war ihr anzusehen, daß sie gleich die Befrauschung verlor. "Außerdem lese ich Zeitung." Verärgert setzte sie ihre Lektüre fort, bei der sie unterbrochen worden war. "Aber ich will Seefrau werden! Ich nehme die Kinder einfach mit", sagte Petronius erfinderisch.

Der 16 jährige Petronius ist Sohn einer Direktorin, sein größter Wunsch ist es einmal Seefrau zu werden, doch es scheint so als solle daraus nichts werden, denn gewisse Berufe sind für Männer nicht zugänglich. Er ist in dem Alter in dem Männer anfangen einen PH zu tragen, doch Petronius weiß, dass Penishalter unpraktisch und unbequem sind. So geht es weiter und mensch kann Einblick nehmen in den Gebärpalast mit seinen Ritualen, an den Gefahren der Nacht im Wald teilnehmen oder die Wahrheit über den Lehrkörper Herrlein Uglemose erfahren.

In Egalia frauscht ein Matriarchat. Frauen verändern und leiten die Gesellschaft. Die meisten Männer träumen davon ein Vaterschaftspatronat zu bekommen und so Kinder großzuziehen - vielleicht sogar ihre eigenen. Sie führen einen ständigen Kampf gegen ihre Unterdrückung und für Gleichberechtigung. Das Buch vertauscht - von unserer Sicht aus - die Rollenverteilung.

Es fühlt sich seltsam an, sich auf einmal in der anderen Rolle der Macht/Gesellschaft zu befinden. Dieses Buch bietet jedenfalls die Möglichkeit, sich in die andere Geschlechterrolle hineinzufühlen. Einerseits wegen den Rollenzwängen die an Petronius und seiner Schwester Ba miterlebt werden können, andererseits an der umgedrehten Sprache ('frauschen' statt 'herrschen', 'Seefrau' statt 'Seemann', 'Direktorin Bram und Gatte').

  • 1. Auflage 1977
  • 9. Auflage 2001
  • 2009: noch immer aktuell

"Sie wussten, dass ein Penissymbol auf die Gesellschaft anstößig, ja pornographisch wirken werde. Aber sie waren der Meinung, eine der Aufgaben der Bewegung müsse darin bestehen, die Männer zu der Einsicht zu bringen, dass sie sich ihres Pimmels nicht mehr zu schämen brauchten."

Die deutsche Übersetzung von Die Töchter Egalias erschien im Verlag Frauenoffensive.

Marina hat das Buch mit Begeisterung gelesen und empfiehlt es nicht nur Männern weiter.
Topic revision: r3 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

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