Fruchtgummi – Der Test

Ob beim Lernen, in der U-Bahn oder im Kino, sie sind immer dabei, wenn man will. Sie versüßen einem das Leben – solange sie nicht hartnäckig werden und sich an den Hüften festsetzen. In diesem Fall empfehlen wir, gleich zum Beitrag des Organisations- und Sportreferats weiterzublättern.

Die Idee zu einem Fruchtgummi-Test ist mir beim Lesen eines Artikels im Online-Magazin jetzt.de der Süddeutschen Zeitung gekommen, dessen Autor Peter Wagner mit seinem humorvollen Schreibstil bei mir bis heute in Erinnerung geblieben ist und ich mir gedacht habe: Das müssen wir auch mal machen! Um einen Einblick in diesen Test zu geben, möchte ich einen Auszug zitieren, in dem es sich um das Produkt „Sowas“ mit Erdbeergeschmack vom Hersteller Hitschler handelt, das auch in unseren Test aufgenommen wurde. Den ganzen Test findest du durch googeln des Titels: „Schüttelt die Regale: Der Fruchtgummi-Test“.

Die Verpackung beschreibt er so: „Ach die grüne Neune. Gut gelaunte Magen-Darm-Schlingen feiern fröhliche Urständ auf dem Cover. War da wer beim Friseur? Der Magen-Darm-Schlingen-Protagonist scheint sich selbst (!) in der Mitte amputiert zu haben und reitet nun auf seinem eigenen Hinterteil (!), aus dem orangen-gelbe Winde fahren (neuer Antrieb?). Gut, dass mit diesem sensiblen Thema (Kannibalismus, Selbstverstümmelung und Reizdarmsyndrom) so sensibel umgegangen wird. Herr Grafiker: Hey! Der Herstellername erinnert … nun ja.“ und weiter: „Das sagt die Zunge: Mein lieber Schieber! Hier wird das Auge mitgegessen. Wenn so Erdbeere schmeckt, dann gute Nacht Deutschland. Werden eigentlich Steuergelder für Aromenforschung verwendet? Wenn ja: Skandal! Nach einem Stäbchen ist der Jahreszuckerbedarf einer mittleren indischen Gemeinde gedeckt (Neubaugebiete nicht mitgerechnet)“.

Wenn ich auch in großer Versuchung war, diese Wortkreativität übertreffen zu wollen, habe ich erkannt, dass eine vergleichbare Übersicht zu schaffen sinnvoller erscheint als in Konkurrenz zu treten. Das habe ich dann auch gemacht und zum großen Fruchtgummi-Test eingeladen, dessen (freiwilligen) Zustrom ich stärker erwartet habe – aber dennoch, wir sind zu Ergebnissen gekommen, die wir -knapp drei Jahre nach der Konsumkolumne von Peter Wagner- in einer Tabelle zusammengefasst haben.

Beschreibung der Bewertungskriterien

Beim Kauf entscheiden wir meist unterbewusst in kurzer Zeit, ob uns ein Produkt gefällt oder nicht. Dabei fallen die ersten Blicke auf die Verpackung und den Namen des Produkts. Den Namen haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen, hinterfragt und verglichen, wie er auf den Rest des Produktes passt. Weiters haben wir die Verpackung auf den ersten Kontakt getestet – Simulation: Erster Blick und Griff ins Regal. Dabei wurden Aussehen und Gefühl bewertet, wobei uns auch das Gefühl der Fruchtgummis durch die Packung wichtig war. In chronologisch richtiger Reihenfolge wurde zum Schluss dann das wichtigste getestet, nämlich das Produkt selbst – auf Optik, Haptik, Geschmack, Geruch und Viskosität. Für die Neutralisierung der Geschmacksnerven zwischen den einzelnen Süßigkeiten gabs Salzstangen und Mineralwasser.

Auswahl der Testprodukte

Fruchtgummi-Klassiker wie den Haribo-Goldbär habe ich für den Test von vorn herein ausgeschlossen. Was hat es auch für einen Sinn etwas zu testen, das schon beinahe jeder einmal mit seiner Zunge gestreichelt hat?

Das Hauptaugenmerk ist also auf jene Produkte gefallen, die mir unbekannt schienen und denen eine Chance zu geben ist, es mit den ehrwürdigen Traditionsgummis aufzunehmen. I-Tüpfelreiter_innen wird auffallen, dass in unserem Test auch andere Süßigkeiten als Fruchtgummis vorkommen – nach der alten Lehrmeinung: Ausnahmen bestätigen die Regel. Hat uns doch die Brause geholfen, den Prozentsatz an gelatinefreien Produkten – Gelatine wird aus tierischen Fetten gewonnen- etwas zu heben. Zu den gelatinefreien Produkten zählen außerdem die Jelly Beans und Soft Fruits. Alle Produkte, bis auf die Winegums von der Schokothek und die Jelly Beans von Billa, haben wir vom Drogeriemarkt Müller bezogen, der eine reiche Auswahl hat und eine Alternative zu den Süßwarenabteilungen von Lebensmittelmärkten darstellt.

Auffälligkeiten

Mit drei Verpackungen haben wir uns intensiver auseinandergesetzt. Bei „Hello Kitty“ ist uns beispielsweise aufgefallen, dass hier eigentlich der Name fehlt – schließlich ist „Hello Kitty“ bloß die Bezeichnung einer japanischen comicartigen Figur und „Fruchtgummi mit Schaumzucker“ die Produktbeschreibung. Die Verpackung von oben nach unten gelesen: „Fruchtgummi mit Schaumzucker Hello Kitty“ haben wir als Namen nicht gelten lassen. Die Soft Fruits der Bio Bon-Serie von Egger haben auf der Verpackung zwei Logos, die den Kunden durchaus verwirren können. Zum einen wird einem „Original Österreich“ versprochen, zum anderen trägt die Verpackung das Fair-Trade-Gütesiegel, welches den kontrollierten Handel mit Entwicklungsländern bestätigt – unsere Meinung: Da stimmt was nicht! Definitv stimmt auch nicht die Farbe der Johannisbeeren auf dem Foto der Berry-Cassis-Verpackung, demnach wären die Früchte nämlich unreif und ungenießbar. Erst wenn man das bewusst wahrgenommen hat, fragt man sich, ob unser Unterbewusstsein diese Trickserei nicht merkt, oder für uns in einem Bruchteil einer Sekunde die abgebildete Frucht durch ihre purpurne Färbung besonders geschmackvoll gereift erscheint.

Subjektive Wahrnehmung

Eines hat dieser Test wieder einmal bewiesen, nämlich die unterschiedlichen Erwartungen an ein Produkt. In vielen Fällen unterschiedlich und nur in wenigen gleich. So hat auffällig oft der Geschmack für eine Diskussion gesorgt. Für mich hat sich gezeigt, dass eine Gruppe von Leuten den naturhaften Geschmack suchen und schätzen, andere – und dazu zähle ich mich auch selbst – erwarten den „künstlichen“ Geschack, aber trotzdem mit einem intensiven, gutschmeckenden Aroma. Fruchtgummi als künstliche Süßware sollte eben auch so schmecken, finde ich.

Aber oft schmeckt uns auch etwas besonders gut, oder garnicht, wenn wir den Geschmack mit einer Erinnerung der Kindheit verbinden. Die Hitschies geben dafür ein gutes Beispiel. Man weiß nicht genau was es ist, aber wir waren begeistert! Andere hatten dagegen gar keine Assoziation.

Fazit

Fruchtgummis bereichern unseren Alltag. Es gibt so viele davon, da findet jeder etwas. Sogar die FPÖ könnte daraus mit einem weiteren Slogan versuchen, Wähler anzuwerben – „Sachertorte statt Billigimporte“, doch meine Devise lautet: „Vielfalt statt Einfalt“. In diesem Sinne: Ein Dankeschön an die Testpersonen und viel Freude beim nächsten Kauspaß.

Kultflo fütterte für diesen Test das ganze Pressereferat, Kulturreferat und das Buddynetwork.
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

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