Vorsitzcorner
nach den Ferien

Die Ferien sind vorbei und jede Menge ist passiert – Über anstrengende Studienabteilungen, freie Bildung und den Versuch, diese abzuschaffen.

Im Februar war ja schon das Wetter komisch. Und einige Menschen haben sich, wie es den Anschein hat, dadurch wohl anstecken lassen. Mitte Februar begannen plötzlich Studierende bei uns hereinzuflattern, die sich ihre Studienbeiträge für das letzte Semester zurückerstatten lassen wollten, von der Studien- und Prüfungsabteilung aber aus ziemlich dubiosen Gründen wieder heimgeschickt wurden. Bei näherem Nachfragen stellte sich heraus, dass die – eigentlich durch das Gesetz verankerten – Richtlinien sich geändert hatten. Da das eigentlich keine Art ist, haben wir uns hier ein bisschen aufgeregt und da etwas nachgeforscht und siehe da – spätestens nach einer entsprechenden Rechtsauskunft vom Ministerium (siehe www.htu.at) ist alles wieder beim Alten und so, wie es sein soll. Geht doch. Komisch nur, dass es nicht von selber funktioniert hat. Aber bitte.

Was ich unter Anderem auch noch gelinde gesagt komisch finde, ist die überaus abstruse Idee von Hahn-Nachfolgerin Beatrix Karl, einmal prophylaktisch allen Studienrichtungen einen Eingangstest aufzupfropfen. Seien wir ehrlich, das ist weder sinnvoll, noch in irgendeiner Form gerechtfertigt. Dass diese Tests auch freiwillig sein könnten – so die Aussage der lieben Frau Ministerin – ist meiner Meinung nach eine Farce, denn welche Universität würde schon den enormen finanzielle und organisatorischen Aufwand eines Einstiegstests auf sich nehmen, wenn dieser dann freiwillig ist? Auch widerspricht das Konzept eines freiwilligen Einstiegstests dem Sinn, den Frau Karl in den – reden wir Klartext – Zugangsbeschränkungen sieht: „Wir wollen nur die Besten.“ Und die Besten, das sind allem Anschein nach nicht diejenigen, die ihr Studium mit besonderer Begeisterung betreiben, die sich über den Studienplan hinaus auch in ihrer Freizeit mit ihrem Studium beschäftigen, oder diejenigen, die im Lauf ihres Studiums und auch noch danach einen wichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Die Besten sind wohl einfach diejenigen, die den Eingangstest schaffen. In meinen Augen eine recht kontroverse Definition.

Alles in Allem wird es also wie es aussieht bald in allen Studienrichtungen – ob reich, ob arm an Studierenden – Aufnahmetests geben. Eine Maßnahme, die weder sinnvoll noch notwendig ist. Über die Umsetzung werden sich wahrscheinlich wie bei jeder unausgegorenen Idee der Regierung die Unis Gedanken machen müssen. Da wird sicher wieder etwas wundervolles herauskommen, genauso wie bei der Umstellung auf den Bachelor und, wie zu befürchten ist, bei der jetzt gesetzlich vorgeschriebenen Studieneingangsphase.

Aber noch ist ja nichts geschehen. Wenn wir uns nur wieder bei der richtigen Stelle aufregen und nachforschen, wird am Ende vielleicht doch wieder alles wie es sein soll. Komisch nur, dass es nicht von selber funktioniert. Aber bitte.

Jasmin ist im Vorsitz der HTU Wien und schreibt deswegen den Vorsitzcorner.
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:03 - Main.UnknownUser
 

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