Dobro pozhalovat’ в Ростов
Sommerentwerfen 2010 – Rostov am Don, Russland

Vier Studentinnen der Architektur und zwei Studenten der Raumplanung nahmen an dem diesjährigen Sommerentwerfen in Rostov am Don, Russland, teil. Durchgeführt wurde das Projekt von Herrn Prof. Dietmar Wiegand, Leiter des Fachbereiches für Projektentwicklung und Projektmanagement. Über drei Wochen hinweg sammelten wir Eindrücke eines für uns noch eher unbekannten Landes und konnten Klischees durch reale Erfahrungen ersetzen. Die interdisziplinären Gruppen bestanden aus Studierenden der University of West Scotland, der staatlichen Bauuniversität Rostov am Don (RGSU), dem Gastgeber, und der Technischen Universität Wien.

Neben dem eigentlichen Projekt stand natürlich auch der interkulturelle Austausch zwischen drei verschiedenen Ländern im Vordergrund. Nicht nur die Aufgabenstellung war Bestandteil des Projektes, sondern vielmehr das gegenseitige Lernen von- und das Verständnis füreinander. Unterstützt wurde die gegenseitige Zusammenarbeit durch ein gut organisiertes Rahmenprogramm seitens der RGSU in Rostov. Es gab ein vielfältiges Programm mit Exkursionen in und um Rostov und einen dreiwöchigen Russischkurs.

Die Aufgaben(vor-)stellung

Im Mittelpunkt der durchgeführten Exkursion stand die Entwicklung und Konzeptionierung eines Business Centers mit dem Namen „Glasgow Park“. Dieser sollte in einem vorgegebenen Stadtteil im Norden von Rostov, Voroshilovsky District, entwickelt werden. Die 140 Hektar große Fläche erfuhr über Jahre hinweg keine geplante bauliche Nutzung. Stattdessen wurde sie aufgeforstet. Ein städtischer Wald eingezwängt zwischen hochverdichteten Plattenbauten, isolierte mit magerer Verkehrsinfrastruktur und in einem sozial schwierigen Stadtteil gelegen. Kurzgesagt: Ein Ort, den man in der Nacht lieber nicht besuchen möchte. Dennoch stellte dieses Gebiet mit seiner dichten Bepflanzung einen wichtigen Beitrag zur Naherholung der angrenzenden Stadtteile dar.

Aufgabe war es, dieses Gebiet einer geplanten baulichen Nutzung zuzuführen. Hierdurch sollte die Verbindung zwischen zwei Stadtteilen verbessert und die bestehenden Nutzungen aufgewertet werden. Der geplante Glasgow Park sollte zudem als Ausdruck für die Städtepartnerschaft zwischen Rostov und Glasgow stehen.

3 Gruppen, 3 Konzepte

Martina Nemeceks und Silvia Albrechts Gruppe übernahm das städtische Waldgebiet in seiner Funktion als Naherholungsgebiet, angereichert durch Mischungen aus Gebäude und Landschaft. Über mehrere Planungsabschnitte hinweg wurde ein Konzept zur „sanften“ Implementierung einer Infrastruktur für Geschäfte geschaffen. Ein zentral platzierter Businesstower sollte als Landmark das umgebene Gebiet auszeichnen.

Alexandra Kovacs entwarf mit ihrer Gruppe „Superlative“ ein strategisches Entwicklungskonzept für den Glasgow Park. Durch geplante Festivals und der schrittweisen Erschließung des Areals sollte es an Bekanntheit und Akzeptanz gewinnen. Roland Hanke analysierte in Zusammenarbeit mit seinen schottischen Kollegen potentielle Chancen und Risiken des Gebietes. Überzeugen konnte diese Gruppe insbesondere mit einem ausgereiften Masterplan und einer visuellen Darstellung der Entwicklungshorizonte.

Eine neue Marketingstrategie für einen zukünftigen Businesspark in Rostov am Don entwickelten Clarissa Reikersdorfer und Bernhard Lachmann. Sie ermittelten und bewerteten den „besten“ Standort für die symbolische Städtepartnerschaft zwischen Rostov und Glasgow. Dieser befand sich entgegen den Vorgaben der RGSU am attraktiven Flussufer des Dons. Gleichzeitig galt der Glasgow Park als neues Downtown von Rostov, welche initiierende Wirkung für eine hochpreisige Waterfront schaffen sollte.

Aus Downtown wurde Dontown.

Eine bereits zur Projektzeit gestartete Marketingkampagne sollte Aufmerksamkeit für das neu kreierte Logo DONTOWN erzeugen. Mit Fotomodellen und Passanten vor bedeutenden Symbolen in Rostov wurde unser Logo eingeführt. Darüberhinaus zeigten Interviews mit Passanten eine breite Zustimmung für unser Logo mit dem hypothetischen Wunsch, in unserer DonTown investieren zu wollen. Ziel war es, mit unserem emotionsbasierten Onlinemarketing über Facebook, Homepage und einem Promotionvideo eine möglichst breite Öffentlichkeitswirkung für DonTown zu erreichen.

Das Konzept der „DonTown – Production of Knowledge“ galt als Symbiose zwischen (Aus-)Bildung mit gleichzeitiger Produktion und Handel. Berücksichtigt wurde dabei auch ein permanenter Wissensaustausch mittels universitärer Kooperation zwischen Glasgow mit Rostov.

Mit außerordentlichem Engagement gestaltete das russische Organisationsteam unter Univ.Prof. Larisa Nemirova drei unvergessliche Wochen die allen Beteiligen in guter Erinnerung bleiben werden.

Bernhard Lachmann, Student der Raumplanung, sieht Chancen für Städte in der Wissensökonomie
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:04 - Main.UnknownUser
 

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