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Tibetologie anyone?

2011. Ein neues Jahr hat begonnen, und zwar wieder mal mit einem hinterhältig anschleichenden Redaktionsschluss. Doch in dieser Ausgabe werde ich diese böse Kreatur durch außergewöhnlich hohes Niveau bezwingen. ;)

Zuerst will ich mich der Bildungspolitik widmen. Ich behaupte mal ganz frech, der LeserInnenschaft des htu_info nichts Ungewohntes zu erzählen, wenn es gegen planlose Zugangsbeschränkungen geht, trotzdem möchte ich meine Gedanken zu diesem Thema mit euch teilen. Ab dem nächsten Studienjahr, also ab Oktober, können wir an den Universitäten eine neue Welle an Zugangsbeschränkungen erwarten. So wie ich es sehe, wird sich diese Welle von den größeren Studienrichtungen in Richtung der kleineren ausbreiten. Denn all die Studieninteressierten, die in den großen, überlaufenen und gleich beschränkten Studien abblitzen, werden wohl kaum alle das Studium fallen lassen und ihre umfangreichen Berufsoptionen, besonders mit blanker (AHS-)Matura, wahrnehmen (Achtung Sarkasmus!), sondern zum Gutteil in andere Studien abwandern.

Gut, damit sind die nun beschränkten Studien vielleicht im Rahmen ihrer Auslastung, aber die nächste Reihe an Studien, die gerade so an der Kapazitätsgrenze waren (auch „meine“ technische Physik zählt zu solchen) haben nun den schwarzen Peter. Im nächsten Jahr werden sie daraufhin Zugangsbeschränkungen einführen. Ihr seht wohin das führen wird: Nach 3-4 Jahren sind alle Studien beschränkt, aber an den grundlegenden Problemen an den Unis hat sich nichts getan. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann die wenigen Studienrichtungen, die im Geiste freier Bildung Beschränkungen noch länger ablehnen, die Blöden sind, weil sie das Auffangbecken für alle bilden, die ihr Wunschstudium nicht studieren dürfen. Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch. Aber so sehe ich die Zukunft unserer Unipolitik.

Auch die Idee einer verpflichtenden Studienberatung betrachte ich mit Skepsis. Schließlich bin ich schon seit einigen Jahren in der Studienberatung tätig und frage mich, warum nicht zuerst die bestehende (ÖH-)Beratung, die eher ein Tropfen auf den heißen Stein ist, weiter gefördert wird, bevor großspurige Verpflichtungen geschaffen werden. Ich wittere auch hier den Versuch, Probleme wegzubeschränken, statt zu lösen.

Nun aber genug gejammert und auf zu den positiven Kundmachungen: Von der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, die sich der Aufklärung gegen Pseudowissenschaft und Esoterik verschrieben hat, habe ich ja vor längerer Zeit schon berichtet. 2011 wird die jährliche GWUP-Tagung in Wien, und sogar in den Räumlichkeiten der TU stattfinden.

Es bietet sich somit die ideale Gelegenheit, von 2. bis 4. Juni hochkarätige Vorträge aus allen Wissenschaftsbereichen zu hören. Nur ein Highlight von vielen stellt dabei Prof. Dr. Edzard Ernst, Vorreiter der wissenschaftlichen Untersuchung von Alternativmedizin, dar. Aber auch die Sciencebusters sind mit im Programm (allerdings wie gewohnt im Rabenhof-Theater). Mit so wenig Aufwand werden TU-Studierende wohl lange nicht mehr so eine Tagung erleben können, nutzt also diese Chance!

Den obligatorischen Webtipp möchte ich euch auch nicht vorenthalten: Bei http://www.treelobsters.com könnt ihr erleben, dass grafischer Aufwand nicht wichtig ist, wenn das Konzept dahinter stimmt. Und ja, es geht um Hummer auf Bäumen.

Gilberts Hut hat wirklich drei Ecken …
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

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