Konferenz Space RE:solutions
Intervention and Research in Visual Culture

Im Herbst 2010, genauer gesagt vom 21. bis 23. Oktober, veranstalteten vier Dissertationsstudentinnen (Karin Reisinger, Amila Sirbegovich, Stefanie Wuschitz und Nada Zerzer) gemeinsam mit dem Institut für Kunst und Gestaltung der Fakultät Architektur (Prof. Christine Hohenbüchler, Dr. Helge Mooshammer und Prof. Peter Mörtenböck) die Konferenz Space RE:solutions. Unser Ziel war es, AkteurInnen aus Architektur, Raumplanung und Kunst eine Plattform zu bieten, um sich über Forschungsprojekte sowie künstlerische Interventionen zum Thema Raum auszutauschen.

Den inhaltlichen Fokus bildeten dabei Methoden, die durch ihren experimentalen und elastischen Charakter auf geopolitische Dynamiken eingehen und sich für die Untersuchung globaler und lokaler Handlungsstrategien eignen.

Dazu veröffentlichten wir im Mai einen Call for Papers und freuten uns über eine unerwartet hohe Anzahl an internationalen Einreichungen. Als Ausdruck des Anliegens, sozialpolitische Phänomene der Raumplanung aus den verschiedenen Blickwinkeln von Kunst und Wissenschaft zu betrachten und zu diskutieren, situierten wir die Konferenz in der Ausstellung 2 or 3 Things we´ve Learned in der Galerie IG Bildende Kunst. Diese wurde von Elke Krasny und Eva Egermann kuratiert, um verschiedene Positionen an der Schnittstelle von künstlerischer Produktion, kritischer Pädagogik und Protestbewegungen zu versammeln.

Besonders beeindruckt hat uns unter vielen anderen zum Beispiel die Präsentation der Keynote Vortragenden Suzana Milevska aus Skopje, die einen Bericht über Kunst und Visuelle Kultur im öffentlichen Raum des Balkans als Mittel der politischen Einflussnahme vorstellte. Lina Dokuzovics arbeitet zum Thema Roma Siedlungen in Belgrad und beschrieb, wie ein Sportfest als Grund diente, Siedlungen zu zerstören und Menschen zu vertreiben. Der südafrikanische Wissenschaftler Ernst van der Wal informierte uns über Zustände in Townships um Johannesburg, insbesondere über die brutalen Diskriminierungen gegenüber homosexuellen EinwohnerInnen dieser Slums.

Wir freuen uns besonders darüber, dass wir bei der Konferenz eine Vielzahl von Beitragenden von Ländern zu Gast hatten, die im europäischen Diskurs oft unterrepräsentiert sind. Gerade im Feld von NachwuchswissenschaftlerInnen kommt es hier zu nur schwer tragbaren Reisekosten, deswegen bedanken wir uns besonders bei der HTU, die einen finanziellen Beitrag zur Anreise von Anabella Speziale, die während der Konferenz über Kunst, Video und Technik in Argentinien sprach, leistete.

Nach der Konferenz teilte Anabella uns mit: My participation at the Space RE:solutions conference was really important for me and for my PhD research. I presented what it is being taught about audiovisual design at Universidad de Buenos Aires. […] I am interested on video-poetry. […] My propose was to make questions about the differences and the coincidences that I found in this field between what it is produced by Argentinean designers that live in Europe, who have a relation with what it is produced there; and designers that work only Argentina. I am exploring which are the combinations, contaminations and hybridizations that can be found in these productions. […] After my participation at the conference I found that video-poetry can be used as a possible format of resistant. […] At my presentation, I put emphasis in those Argentinean productions where video is used in a poetic way for addressing place and visual culture during periods of crisis and changes.

Insgesamt kam es während der Konferenz zu einer Annäherung zwischen den sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen der interdisziplären TeilnehmerInnen. Während beispielsweise Vortragende aus dem Bereich der Kunst ein wissenschaftliches Vortragsformat wählten, präsentierten manche ForscherInnen ihre Inhalte ausgesprochen visuell. Diese spannenden Interferenzen erleichterten den interdisziplinären Diskurs und führten zu produktiven Auseinandersetzungen während der sehr gut besuchten vier Tage. Im Publikum befanden sich auch sehr viele StudentInnen der TU Wien und wir denken, dass wir durch diese Veranstaltung vor Augen führen konnten, welche Möglichkeiten Visuelle Kultur im forschenden und gestaltenden Umgang mit Raum bietet. Besonders für DissertantInnen entstanden wertvolle Vernetzungen bei dieser Veranstaltung, die wir ohne Eintritts- und Essensbeiträge organisieren konnten.

Konferenz: http://www.kunst.tuwien.ac.at/conference.htm

Ausstellung: http://www.igbildendekunst.at/kunst/ausstellungen-2010/2-or-3-things.htm

Stefanie Wuschitz und Karin Reisinger schreiben beide an ihrer Dissertation am Institut für Kunst und Gestaltung der Fakultät Architektur. Stefanie Wuschitz hat an der Universität für Angewandte Kunst Wien und in New York studiert und arbeitet als Künstlerin. Karin Reisinger hat Architektur an der TU Wien studiert und arbeitet zurzeit als Architektin. (Genauere Angaben siehe Website der Konferenz.)
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

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