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Wahl der Rektorin

Man könnte meinen, dass man im Februar zu ein paar ruhigen Stunden während der vorlesungsfreien Zeit kommt. Dies war uns nicht vergönnt, denn die Wahl des Rektors bzw. der Rektorin stand uns am 4. März 2011 ins Haus. Diese Wahl hat sehr viel Vorbereitungszeit in Anspruch genommen und es ist gar nicht so einfach, sich eine objektive Meinung zu bilden.

Eigentlich wählt der Universitätsrat die Rektorin oder den Rektor. Der Senat (oberstes demokratisches Kollegialorgan) hat höchstens eine Art Vetorecht bei dem von der Findungskommission vorgeschlagenen Dreiervorschlag. Der Senat entschied sich allerdings dafür, eine Reihung vorzunehmen um dem Universitätsrat ein Zeichen zu geben, wen man gerne als Rektorin oder als Rektor hätte.

Zunächst haben wir versucht, die Meinung der Studierenden zu erfahren. Dazu gab es einerseits eine Vollversammlung und andererseits noch ein Treffen vor der Senatssitzung am 28. Februar 2011, das öffentlich ausgeschrieben war. Dabei haben einige Studierende ihre Meinungen zu den Hearings ausgetauscht. Die Treffen waren zwar zeitaufwändig, aber im Vergleich zu intriganten Vorkommnissen, innerhalb der TU Wien harmlos.

Intrigant klingt vielleicht etwas hart, aber es beschreibt die Auswüchse, die den Prozess begleiteten, ganz gut. Nach den Hearings gab es zahlreiche Gespräche zwischen Senatsmitgliedern untereinander, mit Dekanen und vieler weiterer Universitätsangehöriger. Der erwünschte Erfahrungs- und Meinungsaustausch wurde aber manchmal von einer Art Wahlkampf überdeckt, den Anhängerinnen und Anhänger der Favoritin und des Favoriten führten. Oft hatten wir auch das Gefühl, dass die Bewerberin und der Bewerber selbst nichts davon wussten. Der Wahlkampf glänzte leider teilweise durch eine Schmutzkampagne gegen konkurrierende Personen. Nachdem die Vorträge bei den Hearings sehr gut waren, haben wir nicht eingesehen, warum ein solcher Wahlkampf notwendig ist. Jedenfalls haben uns einige Leute sehr enttäuscht.

Die größte Überraschung war der von der Findungskommission vorgeschlagene Dreiervorschlag, der in der Senatssitzung am 28. Februar 2011 diskutiert werden sollte. Für die Studierenden war es nicht nachvollziehbar, dass der Name Reschetilowski neben Eberhardsteiner und Seidler dabei war. Während der Senatssitzung wurde dann mit einem Stimmenverhältnis von 13:13 klar, dass Herr Reschetilowski nicht unbedingt für den Posten des Rektors geeignet ist. Auch die von uns neben Seidler und Eberhardsteiner vorgeschlagene dritte Person auf dem Dreiervorschlag, Herrn Schiebel, empfanden die meisten Senatsmitglieder als ungeeignet. Bei der Reihung wurde Dekan Eberhardsteiner mit 16:10 Stimmen vor Vizerektorin Seidler gereiht, was ein eindeutiges Zeichen an den Universitätsrat war.

Wir waren dann natürlich sehr gespannt, wie der Universitätsrat mit diesem Ergebnis umgehen würde. Entgegen dem Votum im Senat wählte er am 4. März 2011 einstimmig Vizerektorin Seidler zur neuen Rektorin der TU Wien. Sie wird ihr Amt am 1. Oktober 2011 antreten. Auch wenn Vizerektorin Seidler bereits im jetzigen Rektorat mitgewirkt hat und somit viele Abläufe schon kennt und wohl beibehalten will, kann man schreiben, dass eine neue Ära für die TU Wien beginnt. Nach 20 Jahren, die durch den jetzigen Rektor Skalicky geprägt wurden, erwarten wir viele Veränderungen und Erneuerungen. Es freut uns, dass eine so kompetente Persönlichkeit wie Frau Seidler Rektorin an der TU Wien wird und wünschen ihr viel Erfolg in den kommenden vier Jahren.

Ulf, Bianka und Peter
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:03 - Main.UnknownUser
 

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