Bachelor vs Wirtschaft

Ein Stimmungsbild von der IAESTE-Firmenmesse

Da ja mittlerweile nun doch fast alle TU-Studien, bis auf die Lehrämter, umgestellt worden sind, und in vielen Studienrichtungen auch schon Studierende ihre Bachelors fertig haben (sollten), stellt sich natürlich die Frage, ob man mit dem Bak. in der Tasche auch den guten Job findet, der TU-AbsolventInnen an jeder zweiten Ecke versprochen wird. Natürlich auch, ob all die Versprechungen aus der Politik, dass das ein Bachelor ja eh reicht, mehr darstellen als den Wunsch die Studierendenzahlen zu drücken. Zu diesem Zweck, und um mal etwas Erfahrung mit Umfragen und Statistiken zu sammeln, nutzte ich also die letzte IAESTE-Firmenmesse auf der TU, am 22.10.2008 aus, um mir die Meinungen der dort versammelten Unternehmen zu holen. Da allerdings mein Lehrplan nicht die Art von Statistik enthält, die man dafür braucht, und ich es noch nicht geschafft habe, mich in eine entsprechende Vorlesung wo anders hineinzusetzen, kann ich nicht für eine aussagekräftige Verwertung meiner Daten garantieren. Aber dass ich „How to lie with Statistics“ gelesen habe, zählt doch, oder? Befragt wurden 24 der 101 von mir gezählten anwesenden Unternehmen. Das sind immerhin ca. 23,76 Prozent. Einer der angesprochenen VertreterInnen war zu keinem Kommentar bereit, so blieben nur noch 23. Das stellt natürlich noch keine vollständige Umfrage dar, doch lässt es sich für die nächste Firmenmesse durchaus weiter ausbauen. Präzisiere Fragestellungen könnten auch helfen. Freiwillige HelferInnen bitte bei mir melden! wink Beginnen wir erfreulich: Nur zwei der Befragten lehnten das Bakkalaureat von vornherein ab. Bei der Stadt Wien hat es damit zu tun, dass es im öffentlichen Dienst noch keinen Eingang in die Gehaltsschemata gefunden hat und man somit genau in dieselbe Klasse wie MaturantInnen fällt. Hier endet die Freude schon, denn dass der Staat Österreich, der schließlich am Bologna-Prozess teilnimmt, es selbst nicht schafft, die Auswirkungen zu berücksichtigen, zeugt von den Schattenseiten der Bürokratie. Die ebenfalls ablehnende befragte Firma würde statt Baks einfach HTLerInnen und FHlerInnen einstellen, in Bezugnahme auf höhere Praxis.

Weiters gab es eine Firma, die noch gar keine Ahnung hatte, was sie diesbezüglich wollten, und zwei weitere (für alle NachzählerInnen da draußen: mit 0,5 gewichtet) die noch gar nichts mit Baks zu tun hatten, mangels Bewerbungen, es sich aber nicht ausschließen wollten, welche einzustellen. Der Rest akzeptierte zwar generell Bewerbungen von BachelorabsolventInnen, jedoch durchaus mit dem einen oder anderen Haken. Drei Firmen haben zwar Stellen für Baks offen, betonen aber, dass diesen nur eingeschränkte Karriereoptionen offen stehen. „Da kann man ja gleich HTLerInnen nehmen“ hörte ich auch noch ein weiteres Mal. Zwei Firmen stellten klar, dass praktische Erfahrung für sie wichtiger als der Abschluss ist. Für weitere drei Firmen war es wichtig, dass trotz Einstieg in die Arbeitswelt nach dem Bachelorabschluss das Masterstudium noch berufsbegleitend erfolgen sollte. Sofern dies auch mit entsprechender Förderung von der Unternehmensseite verknüpft ist, werte ich das als positiv. So ist abschließend zwar positiv zu sehen, dass man mit einem Bak doch größtenteils akzeptiert wird, wenn auch mit einem weitaus niedrigeren Stellenwert. Daher muss uns bewusst sein, dass dieser akademische Grad nicht den Master überflüssig macht und auch nicht ein Diplomstudium ersetzt.

PS: Der Firma Mondi sei gedankt für die erste Tasche, die ich auf dieser Firmenmesse erhalten habe.

Gilbert hat eigentlich keine Ahnung von Statistik

-- Main.JasminMueller - 26 Nov 2008
Topic attachments
I Attachment Action Size Date Who Comment
Bild1.bmpbmp Bild1.bmp manage 1946.0 K 26 Nov 2008 - 11:50 Main.JasminMueller  
Bild2.bmpbmp Bild2.bmp manage 1486.6 K 26 Nov 2008 - 11:51 Main.JasminMueller  
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:04 - Main.UnknownUser
 

Herausgeberin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Technische Universität Wien
(Vorsitzender: Lukas BÜRSTMAYR)
Wiedner Hauptstraße 8-10
1040 Wien
T: +43-1-58801-49501
F: +43-1-58691-54
sekretariat@htu.at