Begriffsdefinitionen 1

Gender ist englisch und bedeutet so etwas wie „soziales Geschlecht“ im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (engl.: sex). Mit Gender werden die gesellschaftlich und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern bezeichnet. Wie diese Geschlechterrollen entstehen, ob das „soziale Geschlecht“ durch das eigene Verhalten definiert wird, wie sehr das biologische Geschlecht Gender beinflusst, dazu gibt es verschiedene Thesen. Einig sind sich alle und empirisch belegt hat das die Kultur- und Sozialanthropologie, dass es keine angeborenen, natürlichen Geschlechterrollen gibt.
An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die Zuordnung zum körperlichen weiblichen bzw. männlichen Geschlecht nicht immer definitiv möglich ist. Es gibt keine verläßlichen Zahlenwerte, die meisten Statistiken jedoch sagen, dass etwa 1 von 2000 Personen biologisch weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordbar sind. Die sogenannte Intersexualität (nicht zu verwechseln mit Transsexualität und Transgender) ist leider immer noch ein Tabuthema.

Gender Mainstreaming ist ein Arbeitskonzept, demzufolge in allen Phasen der Durchführung eines Vorhabens die gegebene sowie eventuelle Ungleichstellung der Geschlechter berücksichtigt werden soll, damit im Endeffekt ein Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter geleistet wird. Gender Mainstreaming ist demnach nicht Frauenförderung, sondern soll eine gendersensible Perspektive der Erreichung eines Zieles aufzeigen. Frauenförderung und Gender Mainstreaming sind zwei sich ergänzende Konzepte.
„Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen Planungs- und Entscheidungsschritten immer zu überprüfen:
  • Wie sieht in dem betreffenden Bereich das Geschlechterverhältnis aus?
  • Wie wirkt sich das geplante Vorhaben auf die Stellung von Frauen und Männern aus?
  • Wie kann ein Beitrag zur Förderung der Gleichstellung geleistet werden?“[Fussnote 1]
Anwendungsbereiche für Gender Mainstreaming sind zum Beispiel: in der Budgetverwaltung (wer bekommt wofür wieviel und wie wirkt sich das auf die Gleichstellung aus?), in der Städteplanung (mit dem Ergebnis besserer Straßenbeleuchtung für ein gesteigertes Sicherheitsgefühl), in der Kinderbetreuung (mit dem Ergebnis von Wickelplätzen auch auf Männertoiletten und ganztags Kinderbetreuungsplätzen), usw.
[1: Quelle: Praxishandbuch Gender Mainstreaming – Nadja Bergmann und Irene Pimminger, 2004]

Gender Studies sind aus der Frauenforschung entstanden und umfassen inzwischen Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung. Ihr Thema ist die zentrale Bedeutung von Geschlecht in Wissenschaft und Gesellschaft. So gibt es kaum einen Bereich, in dem Geschlecht keine Rolle spielt und in dem es keinen Unterschied macht, ob sich eine Person darin als "Frau" oder als "Mann" bewegt. Dabei wird Geschlecht nicht als etwas Naturgegebenes verstanden, sondern als sozialen und kulturellen Konstruktionsmechanismen unterliegend. Das bedeutet, dass die Geschlechterforschung danach fragt, wie aus Menschen "Männer" und "Frauen" werden und welche Implikationen mit diesen Prozessen verbunden sind.
Die absolute Mehrheit der Studierenden der TU-Wien absolvieren bislang ihr Studium ohne jemals explizit mit geschlechtsspezifischen Fragestellungen konfrontiert worden zu sein. In den meisten technischen und naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen fehlt die Gender-Dimension vollständig. - von der Homepage der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies der TU Wien: http://frauen.tuwien.ac.at/
Topic revision: r3 - 29 Mar 2011 - 21:00:04 - Main.UnknownUser
 

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