Begriffsdefinitionen 2

Sexismus Der Begriff „Sexismus“ wurde in den 60er Jahren in der Frauenbewegung als Analogon zu „Rassismus“ entwickelt und bezeichnete ursprünglich ausschließlich die Diskriminierung von Frauen wegen ihrem Geschlecht. Das Frauenhandlexikon schreibt jedoch schon 1983: „Sexismus bezeichnet sowohl die allgemeine Vorurteilshaltung: Menschen vor allem durch die Brille von Geschlechterstereotypen zu sehen; wie auch den konkreten Inhalt des Vorurteils: sich aufgrund des eigenen männlichen Geschlechts für besser, klüger oder wichtiger als Frauen zu halten.“
Es kann auch unterschieden werden zwischen Sexismen und Sexismus. Dabei ist Sexismus die Ideologie hinter Sexismen, also sexistischen Handlungen; die Mehrzahl („Sexismen“) trägt der Tatsache Rechnung, dass es viele verschiedene Arten gibt, sexistisch zu handeln.

„Feminismus, der; –, …men (ohne Plural)“: Das Fremdwörterbuch (Duden – das große Fremdwörterbuch, Dudenverlag, 2007) definiert Feminismus ohne Mehrzahl, doch es kann eigentlich nicht mehr von dem Feminismus als eine einzige intellektuelle und politische Bewegung gesprochen werden. Die Feminismen unterscheiden sich nicht nur in ihren Erklärungen des Status quo oder Methoden zur Veränderung des ist-Zustandes, sondern auch in ihren Zielsetzungen (z.B. dem angestrebtem soll-Zustand). Jedenfalls geht es allen (politischen) Feminismen um gesellschaftliche Veränderung, um damit Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen zu beseitigen.
Aber nicht alle Feministinnen und Feministen waren oder sind politisch aktiv – die Feminismen sind auch intellektuelle Bewegungen die nicht nur für die Geistes- und Sozialwissenschaften wichtige Impulse liefern. So hat beispielsweise feministische Kritik an der Naturwissenschaftsgeschichtsschreibung die großartigen, teilweise ignorierten Leistungen von Physikerinnen, Chemikerinnen und Mathematikerinnen (wieder) zutage gefördert (z.B. Lise Meitner oder Irène Joliot-Curie).
Topic revision: r3 - 29 Mar 2011 - 21:00:02 - Main.UnknownUser
 

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