Lesespaß ohne Geschlechtsumwandlung

denn ob Mann, ob Frau, 'Weißbuch Frauen, Schwarzbuch Männer' von Sibylle Hamann und Eva Linsinger ist für beide interessant

Dass die reale Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht wurde, liegt nicht an einer Unfähigkeit der Frauen -Pilotinnen und Atomphysikerinnen hätten das bereits bewiesen- beginnt das Buch und zeigt konsequent, dass bei Migrantinnen, Hausfrauen, Ehefrauen und Partnerinnen, Müttern, „Powerfrauen“ und jungen Mädchen andere Ursachen wirken. Nämlich in der Politik und der Sozialisation verankerte Ideologien, die wirtschaftlich gesehen eigentlich untragbar sind. Mit Beispielen aus anderen Ländern als Österreich und Deutschland wird belegt, dass es aus politischer Sicht sehr wohl, sehr leicht anders und für alle angenehmer ginge. Soweit ist das Meiste schon bekannt.

Um einiges interessanter sind die gebotenen Einsichten zur Überwindung der tiefsitzenden Rollenbilder, Vorurteile und persönlichen Ängste in Männern wie Frauen, angesichts der finanziellen sowie privaten Gleichstellung. Die beiden Autorinnen zeigen wie Männer durch die Gleichstellung eigentlich glücklicher werden würden und, dass die „Krise der Männlichkeit“ ein hausgemachtes, deutschsprachiges Gespenst ist.

Alles in allem ist „Weißbuch Frauen, Schwarzbuch Männer“ ein Lesegenuss, denn die ausgezeichneten Journalistinnen Hamann und Linsinger verstehen es eine komplexe Debatte auf 286 Seiten in all ihren Facetten zu beschreiben und zu einem sehr verständlichen Werk „Zur Lage der Nation“ zusammenzufassen.

Als ausführliche Leseprobe sei auf den zweiteiligen Artikel im Profil Nummer 6 (Seite 14) und 7 (Seite 90) dieses Jahres hingewiesen. Die beiden Ausgaben des Profil kann man in der Hauptbibliothek der Städtischen Büchereien am Urban-Loritz-Platz lesen, gegen Vorlage des Bibliotheksausweises beim Info-Desk des College1.

-rup
Rupert Hampl schaut sich gerne Röntgenbilder an.
Topic revision: r3 - 08 Sep 2008 - 12:15:20 - AndiSiptak
 

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