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Jetzt ist schon wieder was passiert.

Vom verschwundenen Künstler, der steirischen Backhendlstation unter der Autobahn und dem Privatdetektiv, der dem verschwundenen Geld hinterher jagt - und sich dabei verliebt.

«Sag mal, wor des notwendig jetzt? - Samma wieder im Gschäft? - Na! - 15.000 Euro, bar auf die Hand - So viel können Sie mir ned bezahlen, wie sie deppert san! - Scheiß Wiener!»

Der Berti schickt den Brenner aufs Land, um dort dem verschwundenen Künstler Horvath die dritte Leasing-Mahnung in die Hand zu drücken. Dort findet dieser zwar allerhand, doch keinen Horvath. Aber der Brenner wär ja nicht der Brenner, wenn er gleich aufgeben würde. Und so verstrickt er sich nach und nach in eine Geschichte, die ihm langsam über den Kopf zu wachsen droht.
Der Juniorchef der Backhendlstation "Löschenkohl", der Porsche-Pauli, beauftragt den Brenner, herauszufinden, was der alte Löschenkohl mit dem ganzen Geld macht, das er dem Betrieb entnimmt. Dem Brenner ist das gerade recht, wo er sich doch grad in die fesche Birgit, des Löschenkohls Schwiegertochter und Küchenchefin, verliebt. Was folgt, ist eine Spurensuche, die nicht in Österreich bleibt, ja den Brenner bis nach Bratislava treibt. Der kleine Grenzverkehr spielt eben nicht nur in der Wirtschaft eine Rolle.
Liebe, Mord, Erpressung, Lügen. Dem allem begegnet der Brenner bei seinem Ausflug aufs Land. Und wem jetzt welcher Finger wohin gehört, das verrat ich an dieser Stelle nicht. Was am Ende bleibt, ist der Brenner mit seinem verdrehten Kopf.

«Grüßgott, ich möcht a Anzeige machen. - Du stehst auf unserm Parkplatz. - Mein Vater hat wen Umbracht! - Du stehst trotzdem auf unserm Parkplatz!»

Wie auch mit den beiden vorherigen Filmen ("Komm, süßer Tod!" und "Silentium") ist dem Team Haas, Hader und Murnberger auch dieses mal wieder ein ausgezeichneter Film gelungen. Besonders beeindruckend dabei ist die Kameraführung sowie die schauspielerischen Leistungen der Darsteller.
Allen voran überzeugt Josef Bierbichler als "Löschenkohl Wirt". Unvergesslich, der Gesichtsausdruck im Kühlhaus, wie er die Maske seines Angreifers lüftet. Aber auch Birgit Minichmayr (Silberner Bär 2009, Diagonale Schauspielpreis 2009) kann mehr als nur überzeugen.
Was nach dem Kinobesuch bleibt, ist das dumpfe Gefühl, keine Fiktion gesehen zu haben. Dazu tragen nicht nur die oben genannten Gründe bei, sondern auch die vertraute, österreichische Umgebung. Und natürlich die vertraute, österreichische Mentalität: "Du stehst trotzdem auf unserm Parkplatz!".
Alle jene Besucher, die das Buch eins zu eins umgesetzt erwarten, werden enttäuscht sein. So hat nicht nur der Mörder neue Gründe und Hintergründe, sondern auch der Brenner hat andere Gründe im Löschenkohl zu verweilen...

«Also i find des super. Seit du verliebt bist, schaust du viel mehr auf di!»

Was ich über den Film denke? - Ganz großes Kino aus Österreich. Im Knochenmann fand ich einen neuen Lieblingsfilm. Wolf Haas ist ein Autor, der nicht nur gesehen gehört, sondern vor allem auch gelesen werden sollte! "Der Knochenmann" spielt im Kino deines Vertrauens...

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Autor:
  • garfield liebt gutes Kino. Vor allem österreichisches!

Tags:
  • Brenner
  • Grenzverkehr
  • Knochenmahlmaschine

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knochenmann_plakat.jpgjpg knochenmann_plakat.jpg manage 1253.1 K 05 Feb 2009 - 17:00 Main.UnknownUser Filmplakat
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