Kabarett vs. Hausverstand

Weltwirtschaftskrise meets Kleinkunst?

Die Finanzkrise ist überall Thema Nummer 1, so auch in der österreichischen Kulturszene. Einerseits sagt man so schön: „In Krisenzeiten, geht`s dem Kabarett gut.“ Klingt fein, aber wenn die Leute weniger im Ess-Budget Börserl haben, regiert der zielpunktgenaue Sparstrumpf. Der häusliche Verstand rät sympathisch zum Einsparen. Statt Zuschauerströmen merkt man rückläufige Besucherzahlen, vor allem bei kleineren Bühnen. Dort spielt sich ohnehin ständig der selbe Im-Kreislauf ab: So sicher wie es immer noch eine Staffel „Starmania“ und „Dancing Stars“ gibt, steht auch bald wieder die obligate Zerreißprobe für die Wiener Kleinkunstszene an. Wie soll es weitergehen? Während vor allem Kleinbühnen, die praktisch ungefördert Nachwuchsförderung betreiben um`s Überleben kämpfen, wird Wallensteins Lager im 20. Bezirke Vindobonas verspätet aber doch nun wieder aufgeschlagen. Dieser schillernde Schauplatz hat einige zwar unkonventionelle aber so gar nicht unsubventionelle Schlachten gesehen. Das monetäre Material, das dabei verpulvert wurde, könnte jene Bühnen, die um den Fortbestand zittern, so ca. 27,6 Jahre unterstützen. Aber wie man spätestens seit dem globalen Finanzcrash weiß, wächst Geld nicht einmal mehr in Banken, geschweige denn in Budgettöpfen. Oder sie sind zu klein, kunst ma an Hunderter geben, die Zeiten wo damit Eurotausender gemeint waren, scheinen vorbei. Obwohl nach Ankündigung der Bühnen, mangels Unterstützung schließen zu müssen, auf einmal oft doch noch was da ist. Wo taucht diese Reserve plötzlich auf, mag sich der ungeneigte Beobachter fragen. Gibt es da gar eine gewisse Unordnung? Vielleicht sollte man die in Wien zur Müllüberwachung vorgesehenen Waste Watchers lieber als Organe des Rechnungshofes zur Überprüfung der Subventionsverfahren einsetzen. Das gelernte kann ja ruhig beibehalten werden.“ Wos is do! wos is mit dem Papierl?...i glaub ned, dass des do her g`hert, oder?“. Wenn es so weitergeht, wird es wohl so weitergehen, dass beim Vorbeigehen an Wiener Bühnen im wahrsten Sinn des Wortes ein berühmter Polizei-Sager zur Anwendung kommt: „Weitergehen...es gibt hier nichts zu sehen…“

Was gibt es Neues?

… in der gleichnamigen Sendung und in der Wiener Kulturförderung eher wenig. Auf den Wiener Kabarettbühnen aber sehr viel. Fast täglich kommen neue Kabarettisten hinzu und die Vielfalt könnte größer kaum sein, nur kriegt man es nicht mit. Ohne Medien kann ein interessanter Künstler nicht bekannt werden, aber wenn ein Künstler nicht bekannt ist, ist er für die Medien nicht interessant. Ein Circulus Witziosus auf österreichisch. Ganz Wien hat den Widerstand gegen diese mediale Herrschaft aufgegeben. Ganz Wien? Nein, es gibt ein Dorf, in dem vehement dagegengehalten wird. Dieser Ort ist die löbliche Ausnahme (Achtung Wortspiel beginnt und wird in Kürze aufgelöst): das Theater am Alsergrund, in 1090 Wien (gleich kommt’s!), Adresse: Löblichgasse 5-7 (jetzt ist der Wortwitz da!). Andreas und Cornelia Hutter zeigen dass es anders auch geht und das schon lange: Mike Supancic, Klaus Eckel oder Peter und Teutscher hatten sich dort ihre ersten Sporen verdienen können und sind nun noch sporenreicher. Im Alsergrund wird aber fleißig nachproduziert, daher gibt es nun Künstler wie Buchgraber & Brandl, Michael Auernigg, BlöZinger. Alexander Sedivy, usw. zu sehen.

Aktion statt Frustration

Die eben Genannten sind exemplarisch angeführt, in der Kabarettszene werden sie als Protagonisten der neuen Generation gehandelt, von der man sehr bald noch viel mehr hören sollte. Und die Gelegenheit dazu hat man eben z.B. in der Talenteschmiede Theater am Alsergrund. Einfach unter www.alsergrund.com reinschauen und aussuchen, was einem gefällt. Und noch eines: auch für studentisch naturgemäß limitierte Budgets ist Sorge getragen, es gibt nämlich ermäßigte Studentenkarten um nur 7 Euro 50! (Aktion gültig bis 30.06.2009 nach Vorlage eines gültigen TU-Wien Studentenausweises im Theater am Alsergrund)

[og]

Zum Autor: Der Autor genießt und schweigt. oder Der Autor mag die TU, versteht sie aber nicht (kein Name)

-- Main.JasminMueller - 15 Mar 2009
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