Science goes Gender

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde über Frauenförderung und Gleichstellung an österreichischen Universitäten debattiert- mit überraschenden Aussagen.

Gleich vier Universitäten der Stadt Wien beteiligten sich an der anlässlich des Frauentags stattfindenden Veranstaltung. BOKU, Uni Wien, Med Uni und TU Wien wurden durch Ingela Bruner (ehemalige Rektorin der BOKU), Friedrich Faulhammer (BMWF), Renée Schröder (Leiterin des Departments der Biochemie der Uni Wien) und Peter Skalicky (Rektor der TU Wien) vertreten, die unter der Leitung von Lisa Nimmervoll (Der Standard) diskutierten.

Die Quote kommt Bereits zu Beginn wurde von der Frauenministerin Heinisch-Hosek verlautbart, dass in der neuen Fassung des Universitätsgesetztes endlich eine Frauenquote festgelegt werden soll: Alle Universitätsgremien sollen mindestens zu 40% aus Frauen bestehen, bei Nichterfüllung soll es sogar Konsequenzen geben.

Optimismus Diese Ankündigung wurde in der Diskussionsgruppe sogleich rege diskutiert: Die Mehrheit der TeilnehmerInnen? war dieser Neuerung gegenüber sehr positiv eingestellt. Eine Quote würde wahrscheinlich vieles, das ansonsten noch Jahrzehnte dauern würden, um einiges beschleunigen. Das Argument, dass nicht das Geschlecht sondern die Qualifikation ausschlaggebend sein sollte, zieht deshalb schon lange nicht mehr. Insofern ist es heute klar, dass Wissenschafterinnen, wenn sie sich einmal berufen lassen wollen, genauso viel - wenn nicht mehr!- leisten mussten als ihre Kollegen. Aber das beste Argument für Quote ist denkbar einfach: Sie wirkt.

Pessimist Trotzdem ist Rektor Skalicky der Meinung dass Quote keine Lösung sondern „grober Unfug“ sei. Er kann allerdings nicht mit einer anderen Lösung der Probleme aufwarten und sieht Frauenförderung bloß darin, Teilzeitjobs für Frauen anzubieten und abzuwarten. Seiner Meinung nach darf es bei Nichterfüllung der Quote auch keine Konsequenzen geben- denn das käme „einer Bestrafung gleich“ und „warum muss man immer gleich strafen“. Anscheinend ist es ihm gleichgültig, dass Wissenschaftlerinnen in der aktuellen Situation bereits bestraft sind.

So nützt es allen Schroeder brachte in der Diskussion ein Beispiel aus Finnland wie man eine solche Quote genderneutral formulieren könnte: Wenn ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrscht, ist das benachteiligte Geschlecht zu fördern und zu bevorzugen. Schroeder erzählte auch von ihren Erfahrungen mit Berufungskommissionen. Sie pflegte das Berufungsverfahren etwas abzuändern, um mehr Transparenz im Verfahren herzustellen. Daraufhin wurden wesentlich mehr Frauen berufen als zuvor.

Frauenförderung als Kernkompetenz Als ein weiteres zentrales Thema kristallisierte sich die Frage heraus, ob Frauenförderung eine Kernkompetenz einer technischen Universität sein sollte. Auch hier prallten die Meinungen aneinander. Rektor Skalicky hatte das in einem Artikel in „Der Standard“ bereits abgelehnt. Seiner Meinung nach ist die wissenschaftliche Forschung an einer Universität nicht genderrelevant. Es fragt sich, warum es dann überhaupt Frauenförderung, eine Gleichbehandlungsstelle und Mentoring braucht.

Festung TU Wenn man anderswo von einer gläsernen Decke spricht, die den Frauen Probleme bereitet, so war in der Diskussion -wenn die TU gemeint war- von einer Festung die Rede. Studentinnen wie auch Studenten sollte diese Situation zu Denken geben.


3 Wörter: Science, Gender, Quote
Sarah ist gespannt auf das neue Universitätsgesetz.

-- Main.FlorianPoeltl - 23 Mar 2009
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Gender_018_gross.jpgjpg Gender_018_gross.jpg manage 251.7 K 23 Mar 2009 - 11:24 Main.JasminMueller  
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