FiNuT – Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik

Frauen, die im Bereich der Naturwissenschaft und Technik tätig sind, sind auch immer mit geschlechtsspezifischen Zuschreibungen, die Männer als von vornherein technisch kompetenter als Frauen und technisch kompetente Frauen als männlich sehen, konfrontiert. Die Vernetzung ist für Frauen in diesen Bereichen viel schwieriger, da sie unter Männern bereits existiert und es für eine Einzelperson schwierig ist in eine Gruppe hineinzukommen ohne eine Sonderstellung einzunehmen. Der FiNuT Kongress soll diese Lücke füllen und die Vernetzung unter Frauen fördern. Er war der Anstoßpunkt für die Beschäftigung mit dem Thema Gender in Naturwissenschaften und Technik. Es wurden Forderungen formuliert sich mit geschlechtsspezifischer Ungleichbehandlung im Bereich der Technik sowie mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von technischen Erfindungen zu beschäftigen.

Projekte, Organisationen, Vereine

1977 gab es zum ersten Mal ein großes Treffen von Frauen in Naturwissenschaft und Technik im deutschsprachigen Raum. Der Kongress wurde jedes Jahr von einer neuen Gruppe eigenverantwortlich organisiert, er fand meist in deutschen Städten, aber auch in Österreich und der Schweiz statt. Der Ansturm war groß, 200-700 Frauen waren durchschnittlich anwesend. In den 34 Jahren, in denen FiNuT bisher stattgefunden hat, sind zahlreiche Projekte und Organisationen entstanden, die alle dazu beigetragen haben, Technik neu und jenseits von Geschlechtszuschreibungen zu sehen und zu definieren. Entstanden sind beispielsweise der dib (deutscher Ingenieurinnenbund), der fib (Frauen im Ingenieurberuf innerhalb des Vereins deutscher Ingenieure), der Verein NuT (Frauen in Naturwissenschaft und Technik), die Physikerinnentagung, die Koryphäe (eine Zeitschrift zu feministischer Naturwissenschaft und Technik) und der Verein FiT (Frauen in der Technik).

Wie weiter?

Bis vor ein paar Jahren hat das Konzept sehr gut funktioniert, seit einiger Zeit wird es jedoch immer schwieriger engagierte Frauen zu finden, die einen Kongress organisieren wollen.

Ist es weil das Konzept ausgedient hat? Brauchen wir heute keine Vernetzung unter Frauen mehr?

Ich denke, dass dieser Kongress auch in Zukunft ein sehr wichtiger, inspirierender Bestandteil der Ausbildung und des Berufslebens von Frauen sein kann. Mathematikerinnen, Physikerinnen, Maschinenbauerinnen, Vermessungstechnikerinnen, Informatikerinnen, Chemikerinnen, Ingenieurinnen treffen sich hier und stellen ihre Arbeits- und Forschungsgebiete vor. Die daraus entstehende Plattform ermöglicht Diskussionen und die Einbeziehung von Sichtweisen aus anderen Disziplinen in die eigenen Projekte.
Da es im deutschsprachigen Raum leider noch immer so ist, dass Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen zahlenmäßig eine Minderheit bilden, bieten solche Vernetzungsveranstaltungen einen guten Rahmen um Kraft zu schöpfen, neue Ideen zu sammeln und den eigenen Zugang zu Technik zu erweitern.
Solange Frauen und Männer in Naturwissenschaft und Technik unterschiedlich betrachtet und behandelt werden, ist dieser Kongress eine gute Möglichkeit um Alternativen anzudenken, zu entwickeln und umzusetzen.

Weiterführende Links:
finut.net
koryphaee.at
www.nut.de
www.physikerinnentagung.de
www.dibev.de

Felicitas
Topic revision: r2 - 29 Mar 2011 - 21:00:03 - Main.UnknownUser
 

Herausgeberin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Technische Universität Wien
(Vorsitzender: Lukas BÜRSTMAYR)
Wiedner Hauptstraße 8-10
1040 Wien
T: +43-1-58801-49501
F: +43-1-58691-54
sekretariat@htu.at