Auf die Straße gegen die Kürzungen im Uni-Budget!

Erneut greift die Bundesregierung die Ausfinanzierung und Unabhängigkeit staatlicher Universitäten an. Bereits in den letzten Jahren kam es zu zahlreichen Änderungen im Universitätsgesetz sowie Einsparungen in der Finanzierung. Nun wurde bei der Präsentation des Uni-Budgets für die nächsten drei Jahre der nächste Einschnitt verkündet.

Vorgesehen ist eine Senkung um circa 1 Mrd. Euro auf 15,5 Mrd. Euro.

Laut uniko wären mindestens 18 Mrd. Euro notwendig, alleine um die Inflation auszugleichen. Somit streicht die Regierung den Universitäten de facto 2,5 Mrd. Euro an Basisfinanzierung.

Das immer knappere Budget drängt die Universitäten weiter in die Fänge des freien Marktes und in die Abhängigkeit von Großkonzernen. Dadurch rücken die Interessen von wenigen Unternehmen  in den Vordergrund, die demokratischen Vertretungsorgane haben keine Mitsprache.

Schon jetzt hat die TU Wien Forschungskooperationen mit Firmen wie Rheinmetall, Glock und Siemens, die mit Rüstungsproduktion ihr Geld verdienen oder in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Nicht nur die Forschung ist diesem Verwertbarkeiteitszwang unterworfen: Studierende sollen immer schneller abschließen und werden auf Produkte für den neoliberalen Markt reduziert.

Freie Forschung und Lehre sieht anders aus!

Einerseits sind junge Forschende und Universitätsangestellte betroffen, deren ohnehin schon prekären Zukunftsaussichten durch die Kürzungen weiter eingeschränkt werden.

Besonders hoher Druck von Drittmittelgeber*innen, die Forschungsergebnisse mittels Patenten nicht der Allgemeinheit zugute kommen lassen wollen, Publikationsdruck und kurz befristete Arbeitsverträge erschweren Forschenden immer mehr eine Karriere an Universitäten.

Durch diese erneuten Kürzungen werden vor Allem die Verträge von Prae-Doc und Nachwuchsforscher*innen gefährdet.

Auch für Studierende ändert sich durch die Kürzungen viel: weniger Laborübungsplätze, weniger Arbeitsräume, weniger Zukunftsaussichten.

Wenn man es überhaupt soweit schafft: Viele Universitäten reagieren auf das immer schmalere Budget mit teils rassistischen und klassistischen Zugangsbeschränkungen. Unter dem Deckmantel der Studienqualität werden so ganze Gruppen von Studieninteressierten systematisch von der Universität verdrängt.

Auch die Drohung allgemeiner Studiengebühren steht wieder im Raum, obwohl ohnehin schon weit über die Hälfte der Studierenden arbeiten muss. Weitere Schritte, die vor Allem Studierende ohne Akademikereltern und migrantische Studierende systematisch benachteiligen.

Dabei nehmen Universitäten eine wichtige Rolle innerhalb der Demokratie ein. Eine kritische, unabhängige Uni leistet einen erheblichen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs, sie macht auf bestehende Probleme aufmerksam und verfügt über das Know-How konstruktive Lösungen auszuarbeiten.

Gerade in Zeiten, in denen vermehrt Angriffe vor Allem aus dem rechten Lager auf die freie Wissenschaft stattfinden, wird es immer wichtiger, resiliente und unabhängige Hochschulen zu fördern und zu erhalten.

Universitäten müssen so finanziert werden, dass sie im Auftrag der Gesellschaft agieren können!

Und genau das muss auch ein Studium widerspiegeln: Unis müssen Studierende die Tools mitgeben, für das Gemeinwohl zu arbeiten und die Gesellschaft zum Positiven zu verändern. Eine Uni darf nicht nur zu einer reinen Ausbildungsstätte für die Privatwirtschaft werden!

Deswegen sehen wir uns am Mittwoch, dem 27. 05. auf der Straße!

Ab 11:00 Uhr im Resselpark vor der TU Wien und ab 13:00 Uhr am Universitätsring bei der Uni Wien!

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